Reinhard Panses Positionen
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Podcast
Große technologische Umbrüche gehen an den Kapitalmärkten häufig mit Phasen übertriebener Börseneuphorie einher. Das Internet hat Wirtschaft und Gesellschaft zwar nachhaltig verändert, dennoch verloren Technologie- und Telekommunikationsaktien nach dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 mehr als zwei Drittel ihres Wertes.
Ob sich ein ähnliches Muster derzeit beim Modethema Künstliche Intelligenz abzeichnet, lässt sich heute noch nicht mit Sicherheit beantworten. Auffällig ist dabei jedoch, dass inzwischen zahlreiche Indikatoren gleichzeitig auf ein außergewöhnlich hohes Bewertungsniveau des US-Aktienmarktes hindeuten, der durch einige wenige IT- und KI-Firmen dominiert wird.
Vier Prognosemodelle, die sich als verlässliche Indikatoren für die langfristige Entwicklung des US-Aktienmarktes erwiesen haben, liefern derzeit ein außergewöhnlich einheitliches Bild. Drei Modelle weisen die höchste Bewertung ihrer gesamten Historie auf. Lediglich eines zeigte im Jahr 1929 einen noch höheren Wert. Damals folgten die Weltwirtschaftskrise und ein Aktiencrash in den USA mit Verlusten von über 80 Prozent.
Auch kurzfristige Prognosen für die nächsten 2 Jahre weisen auf erhöhte Kursrisiken hin. Das Volumen kreditfinanzierter Aktienkäufe und die Netto-Aktienkäufe ausländischer Investoren haben historische Höchststände erreicht. Gleichzeitig steigen in den großen Volkswirtschaften wieder die kurzfristigen Zinsen. In der Vergangenheit gingen ähnliche Konstellationen häufig mit Kursverlusten in den folgenden Jahren einher.
Vor diesem Hintergrund verdienen die jüngsten Kurseinbrüche im KI- und Halbleitersektor besondere Aufmerksamkeit. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der gesamte Aktienmarkt vor einem vergleichbaren Einbruch steht. Bereits beim Platzen der Internetblase konzentrierten sich die größten Verluste auf die zuvor besonders hoch bewerteten Branchen. Ob das Platzen der KI-Blase tatsächlich bereits begonnen hat, wird sich erst im Rückblick eindeutig beurteilen lassen. Die Kombination aus historisch hohen Bewertungen, steigenden Zinsen und zunehmenden Zweifeln am KI-Boom spricht jedoch dafür, sich bei den Modethemen Künstliche Intelligenz und Chipherstellung zurückzuhalten.
Für langfristig orientierte Anleger bedeutet dies jedoch weniger ein genereller Ausstieg aus Aktien als vielmehr eine robustere Portfoliostruktur. Gold, Euro-Staatsanleihen sowie defensive Aktiensektoren sollten einem aktienorientierten Depot beigemischt werden.

Reinhard Panses Positionen
Der KI-Boom treibt die Märkte. Doch historische Muster zeigen, dass große technologische Umbrüche oft von Übertreibungen begleitet werden. Ein Blick auf Bewertungen, Risiken und die Bedeutung einer ausgewogenen Anlagestrategie.
Große technologische Umbrüche gehen an den Kapitalmärkten häufig mit Phasen übertriebener Börseneuphorie einher. Das Internet hat Wirtschaft und Gesellschaft zwar nachhaltig verändert, dennoch verloren Technologie- und Telekommunikationsaktien nach dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 mehr als zwei Drittel ihres Wertes.
Ob sich ein ähnliches Muster derzeit beim Modethema Künstliche Intelligenz abzeichnet, lässt sich heute noch nicht mit Sicherheit beantworten. Auffällig ist dabei jedoch, dass inzwischen zahlreiche Indikatoren gleichzeitig auf ein außergewöhnlich hohes Bewertungsniveau des US-Aktienmarktes hindeuten, der durch einige wenige IT- und KI-Firmen dominiert wird.
Vier Prognosemodelle, die sich als verlässliche Indikatoren für die langfristige Entwicklung des US-Aktienmarktes erwiesen haben, liefern derzeit ein außergewöhnlich einheitliches Bild. Drei Modelle weisen die höchste Bewertung ihrer gesamten Historie auf. Lediglich eines zeigte im Jahr 1929 einen noch höheren Wert. Damals folgten die Weltwirtschaftskrise und ein Aktiencrash in den USA mit Verlusten von über 80 Prozent.
Auch kurzfristige Prognosen für die nächsten 2 Jahre weisen auf erhöhte Kursrisiken hin. Das Volumen kreditfinanzierter Aktienkäufe und die Netto-Aktienkäufe ausländischer Investoren haben historische Höchststände erreicht. Gleichzeitig steigen in den großen Volkswirtschaften wieder die kurzfristigen Zinsen. In der Vergangenheit gingen ähnliche Konstellationen häufig mit Kursverlusten in den folgenden Jahren einher.
Vor diesem Hintergrund verdienen die jüngsten Kurseinbrüche im KI- und Halbleitersektor besondere Aufmerksamkeit. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der gesamte Aktienmarkt vor einem vergleichbaren Einbruch steht. Bereits beim Platzen der Internetblase konzentrierten sich die größten Verluste auf die zuvor besonders hoch bewerteten Branchen. Ob das Platzen der KI-Blase tatsächlich bereits begonnen hat, wird sich erst im Rückblick eindeutig beurteilen lassen. Die Kombination aus historisch hohen Bewertungen, steigenden Zinsen und zunehmenden Zweifeln am KI-Boom spricht jedoch dafür, sich bei den Modethemen Künstliche Intelligenz und Chipherstellung zurückzuhalten.
Für langfristig orientierte Anleger bedeutet dies jedoch weniger ein genereller Ausstieg aus Aktien als vielmehr eine robustere Portfoliostruktur. Gold, Euro-Staatsanleihen sowie defensive Aktiensektoren sollten einem aktienorientierten Depot beigemischt werden.
Über den Autor
Reinhard Panse


Reinhard Panse ist Chief Investment Officer und Mitgründer der FINVIA Family Office GmbH. Bis Februar 2020 war Reinhard Panse Mitglied der Geschäftsführung und Chief Investment Officer für die im Eigentum der Familie Harald Quandt stehende HQ Trust GmbH. Von 2004 bis zum Eintritt in die HQ Trust GmbH im Jahre 2011 war Reinhard Panse Chief Investment Officer des in der UBS Deutschland AG geschaffenenGeschäftsbereichs UBS Sauerborn. Ab 2001 war Reinhard Panse Mitglied des Vorstands der Sauerborn Trust AG bzw. der Rechtsvorgänger. Er verantwortete die Investmentstrategie und gestaltete federführend die ganzheitliche Vermögensbetreuung und -verwaltung großer Privatvermögen. Begonnen hat Reinhard Panse mit der Übernahme von Kapitalmarkt- und Kundenbetreuungstätigkeiten bei der Feri GmbH im Jahre 1989, nachdem er eine eigene Vermögensverwaltung als Geschäftsführer gegründet und geführt hatte.