Reinhard Panses Positionen

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Das kurze Glück des billigen Geldes

30.4.2026

Inflation entsteht selten aus dem Nichts. Oft ist sie die späte Rechnung einer zu lockeren Geldpolitik, wenn zu viel Geld auf zu wenig Güter trifft. Genau diesen Zusammenhang hatten die großen Zentralbanken während der Corona-Krise lange unterschätzt – mit dem Ergebnis, dass die Zinsen viel zu spät angehoben wurden. Nun droht US-Präsident Trump, die Notenbank zu einer Wiederholung dieses Fehlers zu zwingen, nur diesmal aus politischem Kalkül. Er will einen schwachen US-Dollar, tiefere Zinsen und steigende Aktienkurse; das erinnert an Japan unter Shinzo Abe, wo eine starke Geldmengenausweitung genau diese Effekte auslöste.

Dass in Japan zugleich auch die Inflation anstieg, dürfte Trump wenig kümmern. Seine Versprechen, für Frieden und niedrige Inflation zu sorgen, hat er bereits gebrochen; stattdessen setzt er auf Zölle, Vertrauensverlust und eine Politik, die den Dollar schwächt. Seit Februar 2025 hat die US-Währung bereits spürbar an Wert verloren, während das Verbrauchervertrauen auf einen neuen Tiefststand gefallen ist.

Hinzu kommt: Der Rückenwind der Globalisierung, der in den 1990er- und 2000er-Jahren preisdämpfend wirkte, ist schwächer geworden. Lieferkettenstörungen, Zölle, geopolitische Konflikte und ein wachsender Protektionismus sprechen eher für höhere Preisdynamik als für die alte Ruhe an der Inflationsfront. Wer also auf dauerhaft billiges Geld setzt, kauft sich womöglich eine längere Phase schwacher Währung und hartnäckiger Inflation ein.

Gold dürfte von einem fallenden US-Dollar profitieren, weil das Edelmetall in Zeiten sinkenden Vertrauens und zunehmender Geldentwertung oft als Gegengewicht gesucht wird. Ebenso europäische Aktien, insbesondere Small Caps, die von niedrigen Zinsen und einem schwächeren Dollar in Europa zusätzlichen Rückenwind erhalten könnten. Auch US-Aktien mit Währungssicherung und geringerer Abhängigkeit von den Technologieriesen bleiben interessant.

Am Ende steht damit ein klassischer Doppelfehler: Erst unterschätzen die Zentralbanken die Inflationsdynamik, dann droht die Politik, genau jene Geldpolitik zu erzwingen, die am Ende wieder mehr Inflation erzeugt. Trump bekäme vielleicht kurzfristig tiefere Zinsen und freundlichere Börsen, bezahlt würde das aber womöglich mit einer höheren Inflation und einem weiter beschädigten Vertrauen in den Dollar.

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Das kurze Glück des billigen Geldes

30.4.2026

Reinhard Panse

Trump will billiges Geld wie Shinzo Abe: schwacher Dollar, tiefe Zinsen, höhere Kurse. Die Kehrseite könnte höhere Inflation sein.

Inflation entsteht selten aus dem Nichts. Oft ist sie die späte Rechnung einer zu lockeren Geldpolitik, wenn zu viel Geld auf zu wenig Güter trifft. Genau diesen Zusammenhang hatten die großen Zentralbanken während der Corona-Krise lange unterschätzt – mit dem Ergebnis, dass die Zinsen viel zu spät angehoben wurden. Nun droht US-Präsident Trump, die Notenbank zu einer Wiederholung dieses Fehlers zu zwingen, nur diesmal aus politischem Kalkül. Er will einen schwachen US-Dollar, tiefere Zinsen und steigende Aktienkurse; das erinnert an Japan unter Shinzo Abe, wo eine starke Geldmengenausweitung genau diese Effekte auslöste.

Dass in Japan zugleich auch die Inflation anstieg, dürfte Trump wenig kümmern. Seine Versprechen, für Frieden und niedrige Inflation zu sorgen, hat er bereits gebrochen; stattdessen setzt er auf Zölle, Vertrauensverlust und eine Politik, die den Dollar schwächt. Seit Februar 2025 hat die US-Währung bereits spürbar an Wert verloren, während das Verbrauchervertrauen auf einen neuen Tiefststand gefallen ist.

Hinzu kommt: Der Rückenwind der Globalisierung, der in den 1990er- und 2000er-Jahren preisdämpfend wirkte, ist schwächer geworden. Lieferkettenstörungen, Zölle, geopolitische Konflikte und ein wachsender Protektionismus sprechen eher für höhere Preisdynamik als für die alte Ruhe an der Inflationsfront. Wer also auf dauerhaft billiges Geld setzt, kauft sich womöglich eine längere Phase schwacher Währung und hartnäckiger Inflation ein.

Gold dürfte von einem fallenden US-Dollar profitieren, weil das Edelmetall in Zeiten sinkenden Vertrauens und zunehmender Geldentwertung oft als Gegengewicht gesucht wird. Ebenso europäische Aktien, insbesondere Small Caps, die von niedrigen Zinsen und einem schwächeren Dollar in Europa zusätzlichen Rückenwind erhalten könnten. Auch US-Aktien mit Währungssicherung und geringerer Abhängigkeit von den Technologieriesen bleiben interessant.

Am Ende steht damit ein klassischer Doppelfehler: Erst unterschätzen die Zentralbanken die Inflationsdynamik, dann droht die Politik, genau jene Geldpolitik zu erzwingen, die am Ende wieder mehr Inflation erzeugt. Trump bekäme vielleicht kurzfristig tiefere Zinsen und freundlichere Börsen, bezahlt würde das aber womöglich mit einer höheren Inflation und einem weiter beschädigten Vertrauen in den Dollar.

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Über den Autor

Reinhard Panse

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Reinhard Panse ist Chief Investment Officer und Mitgründer der FINVIA Family Office GmbH. Bis Februar 2020 war Reinhard Panse Mitglied der Geschäftsführung und Chief Investment Officer für die im Eigentum der Familie Harald Quandt stehende HQ Trust GmbH. Von 2004 bis zum Eintritt in die HQ Trust GmbH im Jahre 2011 war Reinhard Panse Chief Investment Officer des in der UBS Deutschland AG geschaffenenGeschäftsbereichs UBS Sauerborn. Ab 2001 war Reinhard Panse Mitglied des Vorstands der Sauerborn Trust AG bzw. der Rechtsvorgänger. Er verantwortete die Investmentstrategie und gestaltete federführend die ganzheitliche Vermögensbetreuung und -verwaltung großer Privatvermögen. Begonnen hat Reinhard Panse mit der Übernahme von Kapitalmarkt- und Kundenbetreuungstätigkeiten bei der Feri GmbH im Jahre 1989, nachdem er eine eigene Vermögensverwaltung als Geschäftsführer gegründet und geführt hatte.

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