Reinhard Panses Positionen
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Podcast
An den Aktienmärkten jagt ein Rekord den nächsten. Doch nicht jeder Rekord ist von Bedeutung. Preisrekorde sind vor allem ein Echo der Inflation, die seit dem Ende goldgedeckter Währungen nahezu ununterbrochen für steigende Niveaus sorgt. Bewertungsrekorde hingegen verraten deutlich mehr über die Verfassung eines Marktes – und genau dort wird es im US-Aktienmarkt zunehmend ungemütlich.
Im Mai 2026 erreichten die Bewertungen amerikanischer Aktien ein Niveau, das historisch nur in wenigen Ausnahmesituationen der vergangenen mehr als 100 Jahre zu beobachten war. Selbst auf dem Höhepunkt der Internet- und Telekom-Blase waren sie noch etwas günstiger als heute. Der Treiber dieser Übertreibung ist vor allem die KI-Euphorie. Das mag als Erzählung glänzen, ändert aber nichts daran, dass die Kurse die realistisch erzielbaren Ergebnisse längst weit hinter sich gelassen haben. Wer hier investiert, bezahlt nicht nur für Wachstum, sondern auch für eine Menge Wunschdenken.
Wichtiger als neue Kursstände ist deshalb die Frage, was ein Rekord eigentlich misst. Neue Allzeithochs bei Kursindizes sind für sich genommen wenig aussagekräftig. Entscheidender sind Relationen wie Dividendenrenditen, das Verhältnis von Aktienwerten zur Geldmenge oder der Vergleich mit der eigenen historischen Bewertung. Und diese Signale sind derzeit eindeutig: Der US-Markt ist nicht einfach nur teuer, sondern in mehreren Dimensionen extrem teuer.
Das heißt nicht, dass man Aktien grundsätzlich meiden müsste. Aber man sollte klar differenzieren. Teile des US-Marktes – etwa Gesundheitswerte, Basiskonsumgüter oder Versorger – wirken deutlich vernünftiger bewertet als der große, von KI-Phantasie getriebene Rest. Auch außerhalb der USA präsentieren sich viele Märkte attraktiver. Daraus folgt zwar kein Totalrückzug, wohl aber eine vorsichtigere Aktienquote.
Unterm Strich gilt: Rekorde sind nicht gleich Rekorde. Die Kursrekorde mögen für Schlagzeilen taugen, doch die Bewertungsrekorde sind es, die ernst genommen werden sollten. Genau dort sendet der US-Aktienmarkt derzeit ein Warnsignal, das sich schwer übersehen lässt.

Reinhard Panses Positionen
Wer Kapital anlegt, kommt an Übertreibungen nicht vorbei. Sind die wichtigen Rekorde schon die Vorboten der nächsten Korrektur?
An den Aktienmärkten jagt ein Rekord den nächsten. Doch nicht jeder Rekord ist von Bedeutung. Preisrekorde sind vor allem ein Echo der Inflation, die seit dem Ende goldgedeckter Währungen nahezu ununterbrochen für steigende Niveaus sorgt. Bewertungsrekorde hingegen verraten deutlich mehr über die Verfassung eines Marktes – und genau dort wird es im US-Aktienmarkt zunehmend ungemütlich.
Im Mai 2026 erreichten die Bewertungen amerikanischer Aktien ein Niveau, das historisch nur in wenigen Ausnahmesituationen der vergangenen mehr als 100 Jahre zu beobachten war. Selbst auf dem Höhepunkt der Internet- und Telekom-Blase waren sie noch etwas günstiger als heute. Der Treiber dieser Übertreibung ist vor allem die KI-Euphorie. Das mag als Erzählung glänzen, ändert aber nichts daran, dass die Kurse die realistisch erzielbaren Ergebnisse längst weit hinter sich gelassen haben. Wer hier investiert, bezahlt nicht nur für Wachstum, sondern auch für eine Menge Wunschdenken.
Wichtiger als neue Kursstände ist deshalb die Frage, was ein Rekord eigentlich misst. Neue Allzeithochs bei Kursindizes sind für sich genommen wenig aussagekräftig. Entscheidender sind Relationen wie Dividendenrenditen, das Verhältnis von Aktienwerten zur Geldmenge oder der Vergleich mit der eigenen historischen Bewertung. Und diese Signale sind derzeit eindeutig: Der US-Markt ist nicht einfach nur teuer, sondern in mehreren Dimensionen extrem teuer.
Das heißt nicht, dass man Aktien grundsätzlich meiden müsste. Aber man sollte klar differenzieren. Teile des US-Marktes – etwa Gesundheitswerte, Basiskonsumgüter oder Versorger – wirken deutlich vernünftiger bewertet als der große, von KI-Phantasie getriebene Rest. Auch außerhalb der USA präsentieren sich viele Märkte attraktiver. Daraus folgt zwar kein Totalrückzug, wohl aber eine vorsichtigere Aktienquote.
Unterm Strich gilt: Rekorde sind nicht gleich Rekorde. Die Kursrekorde mögen für Schlagzeilen taugen, doch die Bewertungsrekorde sind es, die ernst genommen werden sollten. Genau dort sendet der US-Aktienmarkt derzeit ein Warnsignal, das sich schwer übersehen lässt.
Über den Autor
Reinhard Panse


Reinhard Panse ist Chief Investment Officer und Mitgründer der FINVIA Family Office GmbH. Bis Februar 2020 war Reinhard Panse Mitglied der Geschäftsführung und Chief Investment Officer für die im Eigentum der Familie Harald Quandt stehende HQ Trust GmbH. Von 2004 bis zum Eintritt in die HQ Trust GmbH im Jahre 2011 war Reinhard Panse Chief Investment Officer des in der UBS Deutschland AG geschaffenenGeschäftsbereichs UBS Sauerborn. Ab 2001 war Reinhard Panse Mitglied des Vorstands der Sauerborn Trust AG bzw. der Rechtsvorgänger. Er verantwortete die Investmentstrategie und gestaltete federführend die ganzheitliche Vermögensbetreuung und -verwaltung großer Privatvermögen. Begonnen hat Reinhard Panse mit der Übernahme von Kapitalmarkt- und Kundenbetreuungstätigkeiten bei der Feri GmbH im Jahre 1989, nachdem er eine eigene Vermögensverwaltung als Geschäftsführer gegründet und geführt hatte.