Reinhard Panses Positionen
Reinhard Panses Positionen
Podcast
Donald Trump arbeitet mit bemerkenswerter Geschwindigkeit daran, die von den USA nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaute politische und wirtschaftliche Ordnung zu demontieren. Eingriffe in Institutionen, offene Begünstigung politisch loyaler Oligarchen und der Versuch, Zinsen „mit der Brechstange“ nach unten zu drücken, folgen dabei einem bekannten populistischen Muster. Historisch ist dessen Wirkung gut dokumentiert – und selten positiv für Wohlstand, Währung und Kapitalmärkte.
Die Absetzung des venezolanischen Machthabers Maduro war in diesem Kontext mehr als eine Randnotiz. Sie machte deutlich, wie situativ und eigennützig Trumps Außenpolitik agiert und wie schnell frühere Sympathien gegenüber Autokraten in offene Konfrontation umschlagen können. Entsprechend nervös reagieren andere autoritäre Regime.
Kurzfristig kann diese Politik ein Strohfeuer entfachen. Politisch forcierte Zinssenkungen am kurzen und langen Ende (von Deckeln für Kreditkartenzinsen bis hin zu massiven Käufen von Hypothekenanleihen) mögen Konsum und Aktienmärkte noch einmal stützen, insbesondere mit Blick auf die Zwischenwahlen 2026. Der Preis dafür sind jedoch steigende Inflationsrisiken, ein strukturell schwächerer US-Dollar und ein zunehmender Vertrauensverlust in die Verlässlichkeit des US-Finanzsystems. Dass US-Aktienstrategen dennoch erneut zweistellige Kursgewinne erwarten, erinnert an frühere Prognosen, deren Trefferquote überschaubar blieb.
Hinzu kommt eine zweite Sollbruchstelle: die KI-Euphorie. Die Technologie wird zweifellos enorme Produktivitätsgewinne ermöglichen – allerdings vor allem für Anwender, und zwar weltweit. Als Investmentstory weist die Branche Schwachstellen auf: hohe laufende Kosten, kurze Nutzungsdauern der Hardware, massive Parallel-Investitionen und austauschbare Modelle. Die Wahrscheinlichkeit, dass viele Anbieter hohe Kapitalrenditen erzielen, ist daher begrenzt. Für die stark technologiegetriebenen US-Aktienmärkte entsteht daraus ein nicht zu unterschätzendes Klumpenrisiko.
Während sich die Risiken in den USA verdichten, entstehen andernorts Chancen. Europa profitiert gleich mehrfach vom amerikanischen Politikchaos: Ein fallender US-Dollar verbessert die Wettbewerbsfähigkeit, senkt den importierten Inflationsdruck und eröffnet Spielraum für sinkende langfristige Zinsen. Gleichzeitig rückt die EU wirtschaftlich enger zusammen. Ein wachsender gemeinsamer Anleihemarkt, Fortschritte bei Strukturreformen und eine historisch hohe Zustimmung zu EU und Euro stärken das Fundament. In diesem Umfeld sprechen Bewertung, Zyklik und Zinsentwicklung klar für europäische Aktien. Besonders kleinere Unternehmen (Small Caps), lange Zeit belastet durch steigende Zinsen und schwache Konjunktur, könnten von dieser Trendwende überdurchschnittlich profitieren.
Gold bleibt ein klarer Profiteur der Trump-Ära. Trotz gesunkener Ertragserwartungen nach den Kursanstiegen auf den niedrigsten Stand seit Jahren ist die Anlageklasse weiterhin ein zentraler Stabilitätsanker, auch wenn Vorsicht vor überzogener Euphorie geboten ist.
Für europäische Anleger ergibt sich ein klares Bild: Die USA bleiben ein anspruchsvolles Umfeld für Kapital, Europa hingegen könnte von den Fehlern anderer profitieren.

Reinhard Panses Positionen
Absetzung Venezuelas Maduro, künstlich gesenkte Zinsen, KI-Euphorie. Während Risiken für US-Aktien und den Dollar steigen, öffnen sich anderswo Chancen.
Donald Trump arbeitet mit bemerkenswerter Geschwindigkeit daran, die von den USA nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaute politische und wirtschaftliche Ordnung zu demontieren. Eingriffe in Institutionen, offene Begünstigung politisch loyaler Oligarchen und der Versuch, Zinsen „mit der Brechstange“ nach unten zu drücken, folgen dabei einem bekannten populistischen Muster. Historisch ist dessen Wirkung gut dokumentiert – und selten positiv für Wohlstand, Währung und Kapitalmärkte.
Die Absetzung des venezolanischen Machthabers Maduro war in diesem Kontext mehr als eine Randnotiz. Sie machte deutlich, wie situativ und eigennützig Trumps Außenpolitik agiert und wie schnell frühere Sympathien gegenüber Autokraten in offene Konfrontation umschlagen können. Entsprechend nervös reagieren andere autoritäre Regime.
Kurzfristig kann diese Politik ein Strohfeuer entfachen. Politisch forcierte Zinssenkungen am kurzen und langen Ende (von Deckeln für Kreditkartenzinsen bis hin zu massiven Käufen von Hypothekenanleihen) mögen Konsum und Aktienmärkte noch einmal stützen, insbesondere mit Blick auf die Zwischenwahlen 2026. Der Preis dafür sind jedoch steigende Inflationsrisiken, ein strukturell schwächerer US-Dollar und ein zunehmender Vertrauensverlust in die Verlässlichkeit des US-Finanzsystems. Dass US-Aktienstrategen dennoch erneut zweistellige Kursgewinne erwarten, erinnert an frühere Prognosen, deren Trefferquote überschaubar blieb.
Hinzu kommt eine zweite Sollbruchstelle: die KI-Euphorie. Die Technologie wird zweifellos enorme Produktivitätsgewinne ermöglichen – allerdings vor allem für Anwender, und zwar weltweit. Als Investmentstory weist die Branche Schwachstellen auf: hohe laufende Kosten, kurze Nutzungsdauern der Hardware, massive Parallel-Investitionen und austauschbare Modelle. Die Wahrscheinlichkeit, dass viele Anbieter hohe Kapitalrenditen erzielen, ist daher begrenzt. Für die stark technologiegetriebenen US-Aktienmärkte entsteht daraus ein nicht zu unterschätzendes Klumpenrisiko.
Während sich die Risiken in den USA verdichten, entstehen andernorts Chancen. Europa profitiert gleich mehrfach vom amerikanischen Politikchaos: Ein fallender US-Dollar verbessert die Wettbewerbsfähigkeit, senkt den importierten Inflationsdruck und eröffnet Spielraum für sinkende langfristige Zinsen. Gleichzeitig rückt die EU wirtschaftlich enger zusammen. Ein wachsender gemeinsamer Anleihemarkt, Fortschritte bei Strukturreformen und eine historisch hohe Zustimmung zu EU und Euro stärken das Fundament. In diesem Umfeld sprechen Bewertung, Zyklik und Zinsentwicklung klar für europäische Aktien. Besonders kleinere Unternehmen (Small Caps), lange Zeit belastet durch steigende Zinsen und schwache Konjunktur, könnten von dieser Trendwende überdurchschnittlich profitieren.
Gold bleibt ein klarer Profiteur der Trump-Ära. Trotz gesunkener Ertragserwartungen nach den Kursanstiegen auf den niedrigsten Stand seit Jahren ist die Anlageklasse weiterhin ein zentraler Stabilitätsanker, auch wenn Vorsicht vor überzogener Euphorie geboten ist.
Für europäische Anleger ergibt sich ein klares Bild: Die USA bleiben ein anspruchsvolles Umfeld für Kapital, Europa hingegen könnte von den Fehlern anderer profitieren.
Über den Autor
Reinhard Panse


Reinhard Panse ist Chief Investment Officer und Mitgründer der FINVIA Family Office GmbH. Bis Februar 2020 war Reinhard Panse Mitglied der Geschäftsführung und Chief Investment Officer für die im Eigentum der Familie Harald Quandt stehende HQ Trust GmbH. Von 2004 bis zum Eintritt in die HQ Trust GmbH im Jahre 2011 war Reinhard Panse Chief Investment Officer des in der UBS Deutschland AG geschaffenenGeschäftsbereichs UBS Sauerborn. Ab 2001 war Reinhard Panse Mitglied des Vorstands der Sauerborn Trust AG bzw. der Rechtsvorgänger. Er verantwortete die Investmentstrategie und gestaltete federführend die ganzheitliche Vermögensbetreuung und -verwaltung großer Privatvermögen. Begonnen hat Reinhard Panse mit der Übernahme von Kapitalmarkt- und Kundenbetreuungstätigkeiten bei der Feri GmbH im Jahre 1989, nachdem er eine eigene Vermögensverwaltung als Geschäftsführer gegründet und geführt hatte.