Reinhard Panses Positionen

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(Don't) go west

28.6.2024

Der Blick in den Index der wirtschaftlichen Unsicherheit sieht düster aus: Selbst zur Finanzkrise 2008 oder zur Corona-Krise 2020 waren deutsche Anleger nicht so pessimistisch wie aktuell. Dabei sind Investoren anderer Industrieländer wie den USA, Japan oder Großbritannien deutlich weniger verängstigt. Ist die Lage hierzulande also wirklich so schlecht? Und wird sie anderswo vielleicht sogar zu gut eingeschätzt?

Einen ersten Aufschluss gibt der Korruptions-Index. Hier liegen Deutschland und weitere große Industrieländer deutlich vorn – im Gegensatz zu Russland, China und Ungarn, die seit 30 Jahren mit wachsender Korruption und einem entsprechend geringeren Lebensstandard zu kämpfen haben.

Ein anderer guter Frühindikator ist der TCB-LEI der im Jahr 1916 gegründeten US-Researchfirma The Conference Board. Dieser zeigte von 1969 bis 2018 einen großen Zusammenhang mit dem US-Aktienmarkt: Mit Ausnahme der Rezession von 1959 hat er jede der 8 Rezessionen von 1971 bis 2020 durch einen Rückgang von mindestens 4% vor deren Beginn korrekt vorhergesagt. Doch obwohl er von 2021 bis Mai 2024 bereits um 14,1% gefallen ist, verhält sich die US-Wirtschaft ungewöhnlich widerstandsfähig.

Grund dafür ist die massive Staatsverschuldung Amerikas, die (gemessen in % des Volkseinkommens) in den letzten 5 Jahren durchschnittlich 5,4%-Punkte höher lag als in der Eurozone. Da diese Schuldenaufnahme nicht dauerhaft aufrechterhalten werden kann, lastet auf dem Land ein erhebliches Risiko einer Rezession – wenngleich diese noch nicht eingetreten sein mag.

Kommen die Kreditgeber aus dem Ausland, steigt damit auch der Wechselkurs des Dollars kaufkraftbedingt an, da ein großer Teil der Beträge im Inland ausgegeben wird. Gleichzeitig locken spannende Geschichten wie die Aufrüstung der 80er Jahre, die Entwicklung des Internets zu Beginn der 2000er oder aktuell der Ausbau künstlicher Intelligenzen neue Investoren an. Während die Wirtschaft von außen also einen blühenden Eindruck erweckt, brodeln im Inneren die drohende Rezession und ein überbewerteter Dollar. Dem gegenüber sind Euro, Yen und britische Pfund deutlich unterbewertet.

In puncto Immobilien erleben wir in Großbritannien eine signifikante Überbewertung, da Kaufpreise hier im Verhältnis zum Pro-Kopf-Einkommen stark angestiegen sind. Auch in den USA sieht es ähnlich aus, wenn wir dem Machbarkeitsindex als besserem Maßstab Glauben schenken. Dem entgegen präsentieren sich der deutsche und japanische Markt als fair bewertet.

Interessant wird der amerikanische Optimismus in Bezug auf Aktien. Dieser war selbst zur Internetblase Anfang der 2000er nicht so groß wie heute und geht mit einer fast genauso hohen Bewertung einher wie damals. Entsprechend niedrig fallen die Ertragserwartungen für die nächsten 10 Jahre aus, während andere Länder deutlich attraktivere Perspektiven für Anleger bieten.

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28.6.2024

Reinhard Panse

Deutsche Anleger sind pessimistisch – doch ist ihr Unmut berechtigt? Wie sehen die Prognosen für Währungen, Aktien, Immobilien oder das Risiko einer Rezession wirklich aus?

Der Blick in den Index der wirtschaftlichen Unsicherheit sieht düster aus: Selbst zur Finanzkrise 2008 oder zur Corona-Krise 2020 waren deutsche Anleger nicht so pessimistisch wie aktuell. Dabei sind Investoren anderer Industrieländer wie den USA, Japan oder Großbritannien deutlich weniger verängstigt. Ist die Lage hierzulande also wirklich so schlecht? Und wird sie anderswo vielleicht sogar zu gut eingeschätzt?

Einen ersten Aufschluss gibt der Korruptions-Index. Hier liegen Deutschland und weitere große Industrieländer deutlich vorn – im Gegensatz zu Russland, China und Ungarn, die seit 30 Jahren mit wachsender Korruption und einem entsprechend geringeren Lebensstandard zu kämpfen haben.

Ein anderer guter Frühindikator ist der TCB-LEI der im Jahr 1916 gegründeten US-Researchfirma The Conference Board. Dieser zeigte von 1969 bis 2018 einen großen Zusammenhang mit dem US-Aktienmarkt: Mit Ausnahme der Rezession von 1959 hat er jede der 8 Rezessionen von 1971 bis 2020 durch einen Rückgang von mindestens 4% vor deren Beginn korrekt vorhergesagt. Doch obwohl er von 2021 bis Mai 2024 bereits um 14,1% gefallen ist, verhält sich die US-Wirtschaft ungewöhnlich widerstandsfähig.

Grund dafür ist die massive Staatsverschuldung Amerikas, die (gemessen in % des Volkseinkommens) in den letzten 5 Jahren durchschnittlich 5,4%-Punkte höher lag als in der Eurozone. Da diese Schuldenaufnahme nicht dauerhaft aufrechterhalten werden kann, lastet auf dem Land ein erhebliches Risiko einer Rezession – wenngleich diese noch nicht eingetreten sein mag.

Kommen die Kreditgeber aus dem Ausland, steigt damit auch der Wechselkurs des Dollars kaufkraftbedingt an, da ein großer Teil der Beträge im Inland ausgegeben wird. Gleichzeitig locken spannende Geschichten wie die Aufrüstung der 80er Jahre, die Entwicklung des Internets zu Beginn der 2000er oder aktuell der Ausbau künstlicher Intelligenzen neue Investoren an. Während die Wirtschaft von außen also einen blühenden Eindruck erweckt, brodeln im Inneren die drohende Rezession und ein überbewerteter Dollar. Dem gegenüber sind Euro, Yen und britische Pfund deutlich unterbewertet.

In puncto Immobilien erleben wir in Großbritannien eine signifikante Überbewertung, da Kaufpreise hier im Verhältnis zum Pro-Kopf-Einkommen stark angestiegen sind. Auch in den USA sieht es ähnlich aus, wenn wir dem Machbarkeitsindex als besserem Maßstab Glauben schenken. Dem entgegen präsentieren sich der deutsche und japanische Markt als fair bewertet.

Interessant wird der amerikanische Optimismus in Bezug auf Aktien. Dieser war selbst zur Internetblase Anfang der 2000er nicht so groß wie heute und geht mit einer fast genauso hohen Bewertung einher wie damals. Entsprechend niedrig fallen die Ertragserwartungen für die nächsten 10 Jahre aus, während andere Länder deutlich attraktivere Perspektiven für Anleger bieten.

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Über den Autor

Reinhard Panse

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Reinhard Panse ist Chief Investment Officer und Mitgründer der FINVIA Family Office GmbH. Bis Februar 2020 war Reinhard Panse Mitglied der Geschäftsführung und Chief Investment Officer für die im Eigentum der Familie Harald Quandt stehende HQ Trust GmbH. Von 2004 bis zum Eintritt in die HQ Trust GmbH im Jahre 2011 war Reinhard Panse Chief Investment Officer des in der UBS Deutschland AG geschaffenenGeschäftsbereichs UBS Sauerborn. Ab 2001 war Reinhard Panse Mitglied des Vorstands der Sauerborn Trust AG bzw. der Rechtsvorgänger. Er verantwortete die Investmentstrategie und gestaltete federführend die ganzheitliche Vermögensbetreuung und -verwaltung großer Privatvermögen. Begonnen hat Reinhard Panse mit der Übernahme von Kapitalmarkt- und Kundenbetreuungstätigkeiten bei der Feri GmbH im Jahre 1989, nachdem er eine eigene Vermögensverwaltung als Geschäftsführer gegründet und geführt hatte.

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