Family Office Ansatz

Podcast

Unabhängigkeit in der Vermögensverwaltung

26.5.2026

Unabhängigkeit wird im Wealth Management häufig versprochen, aber nicht immer einheitlich verstanden. Für Vermögensinhaber ist sie dennoch ein zentrales Kriterium bei der Wahl ihres Beraters. Ein guter erster Hinweis ist immer die Vergütung: Wer verdient woran – und gibt es wirtschaftliche Anreize, die die Produktauswahl beeinflussen können? Diese Frage ist entscheidender, als sie auf den ersten Blick wirkt. Denn sie bestimmt nicht nur, welche Produkte empfohlen werden, sondern auch, wie Risiken gewichtet werden, welche Alternativen überhaupt zur Sprache kommen und welche nicht.

Die Kosten vermeintlich „kostenloser" Vermögensberatung

Häufig unterschätzen Vermögende die tatsächlichen Kosten ihrer Vermögensberatung, weil keine separate Rechnung gestellt wird. Genau darin liegt das Problem: Gerade in provisionsbasierten Modellen entstehen Kosten häufig über Produkte, Strukturmerkmale und laufende Gebühren. Wer nur die sichtbaren Preise vergleicht, vergleicht deshalb oft unterschiedliche Geschäftsmodelle. Ein Honorarmodell weist die Vergütung in der Regel transparent aus, während sich die Kosten anderer Modelle zum Teil erst im Gesamtbild aus Beratung, Produktkosten und Transaktionskosten erkennen lassen. Der Mandant trägt diese Kosten – nur eben indirekt.

In der Praxis lassen sich typischerweise drei Kostenebenen unterscheiden:

  1. Beratungsebene: Das Honorar oder die Managementgebühr, die direkt an den Berater oder Verwalter fließt. Bei honorarbasierten Modellen ist diese Vergütung transparent erkennbar; bei anderen Modellen kann sie mittelbar in Produkt- oder Vertriebsstrukturen enthalten sein.
  2. Produktebene: Laufende Fondskosten (TER), Performancegebühren oder Margen, die die Nettorendite beeinflussen.
  3. Transaktionsebene: Ordergebühren, Spreads, Depotkosten etc., die je nach Handelsfrequenz und Produktwahl erheblich variieren können.

Die Gesamtbelastung eines Portfolios kann sich aus mehreren dieser Komponenten zusammensetzen. Genau hier wird es entscheidend: Denn Kosten allein sagen noch wenig aus. Entscheidend ist am Ende nicht allein die Höhe dieser Kosten, sondern ihr Verhältnis zur Qualität der Umsetzung und zur erzielten Performance. Nur wenn diese drei Größen im Verhältnis zueinander nachvollziehbar sind, lässt sich eine Vermögensverwaltung fair beurteilen.

Versteckte Kosten und Anreizwirkungen

Diese Nachvollziehbarkeit wird dort strukturell erschwert, wo Vergütungen an Produkte oder Anbieter gekoppelt sind. Solche Strukturen können Interessenkonflikte verursachen und so die Produktauswahl beeinflussen – bewusst oder unbewusst. Das bedeutet nicht, dass einzelne Berater automatisch gegen die Interessen ihrer Kunden handeln; vielmehr können wirtschaftliche Anreize die Auswahl und Gewichtung von Lösungen verschieben. Vor allem Produkte mit höherer Marge sind oft komplexer und schwieriger zu vergleichen, was es für den Mandanten erschweren kann, Chancen, Risiken und Kosten vollständig zu überblicken. Deshalb ist für Anleger wichtig zu wissen, welche wirtschaftlichen Beziehungen der Berater zu Produktanbietern unterhält und wie Alternativen geprüft und dokumentiert werden.

Was unabhängige Vermögensverwaltung bedeutet

Im professionellen Sinn bedeutet unabhängige bzw. provisionsfreie Vermögensverwaltung, dass die Vergütung transparent mit dem Mandanten vereinbart wird und keine wirtschaftlichen Anreize aus Produktplatzierungen oder Vertriebsprovisionen entstehen. Auch sogenannte Open-Architecture-Modelle lösen Interessenkonflikte nicht automatisch. Sie können die Auswahl erweitern, beseitigen aber nicht zwangsläufig Vergütungsanreize, solange wirtschaftliche Vorteile an eine bestimmte Produktauswahl gekoppelt bleiben.

Wer Klarheit über die Vergütung seiner Beratung gewinnen möchte, sollte drei Fragen stellen:

  1. Wie werden Sie vergütet, und erhalten Sie Zahlungen von Produktanbietern oder Dritten?
  2. Können Sie mir die Gesamtkosten meiner Struktur transparent und vollständig darstellen – inklusive aller Produkt- und Transaktionskosten?
  3. Können sie mir von einem Referenzkunden bei gleichem Risikoprofil und ähnlicher Anlagegröße die Ex-Post Kosteninformation zeigen?

Diese Fragen helfen, Beratung, Vertrieb und Produktinteresse besser auseinanderzuhalten. Entscheidend ist dabei nicht, wie integer ein einzelner Berater ist, sondern das System, in dem er arbeitet. Wer Transparenz nicht bezahlt, bekommt sie in der Regel auch nicht in der Tiefe, die für vermögende Kunden sinnvoll wäre. Indirekte Kosten, eingeschränkte Produktauswahl und intransparente Vergütungswege sind keine theoretischen Risiken – sie wirken sich direkt auf den langfristigen Anlageerfolg aus.

Der FINVIA Ansatz: Unabhängigkeit als Prinzip

Als Multi Family Office arbeitet FINVIA ohne produktabhängige Vergütungsanreize – mit institutionellen Konditionen, die für Privatanleger über Banken meist nicht zugänglich sind, und einer Vergütung, die transparent ausgewiesen wird und nicht von der Produktauswahl abhängt. Unabhängigkeit verstehen wir dabei nicht als Versprechen, sondern als strukturelles Prinzip: ohne Provisionen, ohne eigene Produkte und ohne versteckte Vergütungsstrukturen.

Unabhängigkeit in der Vermögensverwaltung

Family Office Ansatz

Unabhängigkeit in der Vermögensverwaltung

26.5.2026

Lothar Henning

Wo Vergütung an Produkte gekoppelt ist, entstehen Anreize, die sich auf Empfehlungen auswirken können – ob bewusst oder nicht. Wer Beratungsqualität wirklich beurteilen will, kommt an einem Dreigespann nicht vorbei: Kosten, Risiko und Performance.

Unabhängigkeit wird im Wealth Management häufig versprochen, aber nicht immer einheitlich verstanden. Für Vermögensinhaber ist sie dennoch ein zentrales Kriterium bei der Wahl ihres Beraters. Ein guter erster Hinweis ist immer die Vergütung: Wer verdient woran – und gibt es wirtschaftliche Anreize, die die Produktauswahl beeinflussen können? Diese Frage ist entscheidender, als sie auf den ersten Blick wirkt. Denn sie bestimmt nicht nur, welche Produkte empfohlen werden, sondern auch, wie Risiken gewichtet werden, welche Alternativen überhaupt zur Sprache kommen und welche nicht.

Die Kosten vermeintlich „kostenloser" Vermögensberatung

Häufig unterschätzen Vermögende die tatsächlichen Kosten ihrer Vermögensberatung, weil keine separate Rechnung gestellt wird. Genau darin liegt das Problem: Gerade in provisionsbasierten Modellen entstehen Kosten häufig über Produkte, Strukturmerkmale und laufende Gebühren. Wer nur die sichtbaren Preise vergleicht, vergleicht deshalb oft unterschiedliche Geschäftsmodelle. Ein Honorarmodell weist die Vergütung in der Regel transparent aus, während sich die Kosten anderer Modelle zum Teil erst im Gesamtbild aus Beratung, Produktkosten und Transaktionskosten erkennen lassen. Der Mandant trägt diese Kosten – nur eben indirekt.

In der Praxis lassen sich typischerweise drei Kostenebenen unterscheiden:

  1. Beratungsebene: Das Honorar oder die Managementgebühr, die direkt an den Berater oder Verwalter fließt. Bei honorarbasierten Modellen ist diese Vergütung transparent erkennbar; bei anderen Modellen kann sie mittelbar in Produkt- oder Vertriebsstrukturen enthalten sein.
  2. Produktebene: Laufende Fondskosten (TER), Performancegebühren oder Margen, die die Nettorendite beeinflussen.
  3. Transaktionsebene: Ordergebühren, Spreads, Depotkosten etc., die je nach Handelsfrequenz und Produktwahl erheblich variieren können.

Die Gesamtbelastung eines Portfolios kann sich aus mehreren dieser Komponenten zusammensetzen. Genau hier wird es entscheidend: Denn Kosten allein sagen noch wenig aus. Entscheidend ist am Ende nicht allein die Höhe dieser Kosten, sondern ihr Verhältnis zur Qualität der Umsetzung und zur erzielten Performance. Nur wenn diese drei Größen im Verhältnis zueinander nachvollziehbar sind, lässt sich eine Vermögensverwaltung fair beurteilen.

Versteckte Kosten und Anreizwirkungen

Diese Nachvollziehbarkeit wird dort strukturell erschwert, wo Vergütungen an Produkte oder Anbieter gekoppelt sind. Solche Strukturen können Interessenkonflikte verursachen und so die Produktauswahl beeinflussen – bewusst oder unbewusst. Das bedeutet nicht, dass einzelne Berater automatisch gegen die Interessen ihrer Kunden handeln; vielmehr können wirtschaftliche Anreize die Auswahl und Gewichtung von Lösungen verschieben. Vor allem Produkte mit höherer Marge sind oft komplexer und schwieriger zu vergleichen, was es für den Mandanten erschweren kann, Chancen, Risiken und Kosten vollständig zu überblicken. Deshalb ist für Anleger wichtig zu wissen, welche wirtschaftlichen Beziehungen der Berater zu Produktanbietern unterhält und wie Alternativen geprüft und dokumentiert werden.

Was unabhängige Vermögensverwaltung bedeutet

Im professionellen Sinn bedeutet unabhängige bzw. provisionsfreie Vermögensverwaltung, dass die Vergütung transparent mit dem Mandanten vereinbart wird und keine wirtschaftlichen Anreize aus Produktplatzierungen oder Vertriebsprovisionen entstehen. Auch sogenannte Open-Architecture-Modelle lösen Interessenkonflikte nicht automatisch. Sie können die Auswahl erweitern, beseitigen aber nicht zwangsläufig Vergütungsanreize, solange wirtschaftliche Vorteile an eine bestimmte Produktauswahl gekoppelt bleiben.

Wer Klarheit über die Vergütung seiner Beratung gewinnen möchte, sollte drei Fragen stellen:

  1. Wie werden Sie vergütet, und erhalten Sie Zahlungen von Produktanbietern oder Dritten?
  2. Können Sie mir die Gesamtkosten meiner Struktur transparent und vollständig darstellen – inklusive aller Produkt- und Transaktionskosten?
  3. Können sie mir von einem Referenzkunden bei gleichem Risikoprofil und ähnlicher Anlagegröße die Ex-Post Kosteninformation zeigen?

Diese Fragen helfen, Beratung, Vertrieb und Produktinteresse besser auseinanderzuhalten. Entscheidend ist dabei nicht, wie integer ein einzelner Berater ist, sondern das System, in dem er arbeitet. Wer Transparenz nicht bezahlt, bekommt sie in der Regel auch nicht in der Tiefe, die für vermögende Kunden sinnvoll wäre. Indirekte Kosten, eingeschränkte Produktauswahl und intransparente Vergütungswege sind keine theoretischen Risiken – sie wirken sich direkt auf den langfristigen Anlageerfolg aus.

Der FINVIA Ansatz: Unabhängigkeit als Prinzip

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Über den Autor

Lothar Henning

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Lothar Henning ist seit April 2020 Geschäftsführer der FINVIA Family Office GmbH. Er begann seine Karriere 1991 bei der Bethmann Bank und verbrachte insgesamt 29 Jahre dort. Seine Tätigkeiten umfassten den Wertpapierbereich, die Strategieabteilung der Vermögensverwaltung sowie die Produktabteilung. In den letzten zehn Jahren war er Niederlassungsleiter der Bank in Frankfurt.

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