Family Office Ansatz
Family Office Ansatz
Podcast
Dass Frauen längst keine Nebenakteurinnen mehr im Finanzmarkt sind, ist kein Geheimnis. Sie übernehmen Verantwortung für Vermögen in sehr unterschiedlichen Rollen – als Unternehmerinnen, Erbinnen oder private Investorinnen.
Gleichzeitig wird ihnen häufig ein anderer Zugang zum Investieren zugeschrieben: Frauen investieren zurückhaltender als Männer, bevorzugen sichere und planbare Anlageformen und halten seltener Aktien. Ein Vorurteil – oder Realität?
Für viele Frauen bedeutet die aktive Steuerung des eigenen Vermögens einen Schritt in Richtung Selbstbestimmung. Finanzielle Entscheidungen sind nicht nur eine Frage der Rendite, sondern auch Ausdruck von Kontrolle und Freiheit über das eigene Leben. Der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, Vermögen zu verstehen und aktiv zu gestalten – für sich selbst und für kommende Generationen – ist auch bei unseren Mandantinnen spürbar.
Gleichzeitig begegnen wir in Gesprächen immer wieder ähnlichen Hemmschwellen: die Sorge, nicht genug zu wissen, falsche Entscheidungen zu treffen oder sich in einer komplexen Finanzwelt erst beweisen zu müssen.
Unsere Erfahrung im Family Office zeigt: Viele Frauen treffen erst dann aktiv Entscheidungen über ihr Vermögen, wenn Verantwortung plötzlich konkret wird, sei es durch eine unternehmerische Rolle, eine Erbschaft oder eine Veränderung in der Familie. Das bedeutet nicht, dass Kompetenzen vorher fehlten. Vielmehr spielen historische Rollenbilder, fehlende Einbindung in strategische Entscheidungsprozesse und mangelnde Transparenz eine Rolle, wenn Vermögensthemen bislang delegiert oder aufgeschoben wurden.
In der Betreuung vermögender Familien lässt sich beobachten: Frauen setzen häufig andere Prioritäten, denken langfristig und beziehen Familie, Werte und Nachhaltigkeit in Entscheidungen ein. Typische Fragen lauten nicht nur: Welche Rendite ist möglich?, sondern auch: Welche Verantwortung trage ich selbst? Welche Auswirkungen hat diese Entscheidung auf meine Familie? Passt sie zu meinen Werten?
Zurückhaltung ist dabei selten ein Zeichen von Desinteresse. Vielmehr prüfen Investorinnen genau, welche Risiken und Konsequenzen Entscheidungen für Vermögensstruktur, Lebensplanung und kommende Generationen haben. Studien bestätigen diese Beobachtung: Frauen bevorzugen oftmals langfristige, stabile Anlagen und berücksichtigen stärker die Auswirkungen über Generationen hinweg (N26, 2022; BlackRock, 2024).
Aber: Diese Herangehensweise ist keinesfalls nur „Frauenthema“. Nachhaltige Vermögensstrategien, strukturierte Risikobetrachtungen und langfristige Planung verbessern die Entscheidungsqualität unabhängig vom Geschlecht. Gerade in Unternehmerfamilien zeigt sich, wie wertvoll diese ganzheitliche Sichtweise ist.
Besonders deutlich wird diese Perspektive in der Nachfolgeplanung. Frauen gehen Nachfolge nicht primär als Vermögensübertragung an, sondern als generationsübergreifende Aufgabe, die wirtschaftliche, familiäre und emotionale Aspekte miteinander verbindet.
In der Praxis zeigt sich, dass Nachfolgeprozesse erfolgreicher verlaufen, wenn sie frühzeitig vorbereitet werden und unterschiedliche Interessen offen adressiert werden. Dabei geht es auch um Rollen, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Familie. In Unternehmerfamilien stehen häufig Überlegungen wie: Wer übernimmt welche Verantwortung? Wie bleiben Entscheidungsstrukturen stabil? Welche Werte sollen erhalten werden?
Eine ganzheitliche Vermögensstrategie funktioniert immer noch am besten, wenn alle relevanten Personen frühzeitig eingebunden werden.
In der Beratung vermögender Familien zeigt sich immer wieder, wie entscheidend der Rahmen ist, in dem finanzielle Themen besprochen werden. Komplexe Vermögensstrukturen, unternehmerische Beteiligungen und generationenübergreifende Verantwortung erfordern Transparenz, Struktur und einen offenen Dialog. Viele Frauen fragen in diesem Kontext gezielt nach dem „Warum“ hinter einer Strategie. Sie interessieren sich nicht nur für Renditeerwartungen oder Risikokennzahlen, sondern für Zusammenhänge.
Neben der individuellen Beratung kann auch der Austausch mit anderen eine wichtige Rolle spielen. Unternehmerinnen, Investorinnen und Vermögensinhaberinnen stehen oft vor ähnlichen Fragestellungen – sei es bei der Strukturierung von Vermögen, bei Nachfolgeprozessen oder bei der strategischen Neuausrichtung. Mit Formaten wie unserem Women’s Wealth Roundtable bringen wir diese Perspektiven zusammen. Der Austausch schafft Orientierung, macht Erfahrungswerte sichtbar und stärkt die eigene Entscheidungssicherheit.
Die wachsende Rolle von Frauen im Wealth Management ist kein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck struktureller Veränderungen in Unternehmerfamilien und Vermögensstrukturen.
Ob Unternehmerin, Erbin oder Investorin: Wer Verantwortung übernehmen soll, braucht Zugang zu Informationen, fundierte Entscheidungsgrundlagen und strategischen Diskussionen – nicht erst dann, wenn ein Übergang unmittelbar bevorsteht.
Quellen:
N26; 2022; Frauen als Investorinnen: Eine Studie zur Gender Gap
BlackRock; 2024; BlackRock-Studie: Frauen holen beim Investieren auf | DAS INVESTMENT

Family Office Ansatz
Frauen steuern Vermögen aktiv – als Unternehmerinnen, Erbinnen oder Investorinnen. Dabei verbinden sie Rendite, Verantwortung und langfristige Planung mit Werten und Nachhaltigkeit. Ihr Ansatz berücksichtigt Familie, Generationen und strategische Vermögensentscheidungen gleichermaßen.
Dass Frauen längst keine Nebenakteurinnen mehr im Finanzmarkt sind, ist kein Geheimnis. Sie übernehmen Verantwortung für Vermögen in sehr unterschiedlichen Rollen – als Unternehmerinnen, Erbinnen oder private Investorinnen.
Gleichzeitig wird ihnen häufig ein anderer Zugang zum Investieren zugeschrieben: Frauen investieren zurückhaltender als Männer, bevorzugen sichere und planbare Anlageformen und halten seltener Aktien. Ein Vorurteil – oder Realität?
Für viele Frauen bedeutet die aktive Steuerung des eigenen Vermögens einen Schritt in Richtung Selbstbestimmung. Finanzielle Entscheidungen sind nicht nur eine Frage der Rendite, sondern auch Ausdruck von Kontrolle und Freiheit über das eigene Leben. Der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, Vermögen zu verstehen und aktiv zu gestalten – für sich selbst und für kommende Generationen – ist auch bei unseren Mandantinnen spürbar.
Gleichzeitig begegnen wir in Gesprächen immer wieder ähnlichen Hemmschwellen: die Sorge, nicht genug zu wissen, falsche Entscheidungen zu treffen oder sich in einer komplexen Finanzwelt erst beweisen zu müssen.
Unsere Erfahrung im Family Office zeigt: Viele Frauen treffen erst dann aktiv Entscheidungen über ihr Vermögen, wenn Verantwortung plötzlich konkret wird, sei es durch eine unternehmerische Rolle, eine Erbschaft oder eine Veränderung in der Familie. Das bedeutet nicht, dass Kompetenzen vorher fehlten. Vielmehr spielen historische Rollenbilder, fehlende Einbindung in strategische Entscheidungsprozesse und mangelnde Transparenz eine Rolle, wenn Vermögensthemen bislang delegiert oder aufgeschoben wurden.
In der Betreuung vermögender Familien lässt sich beobachten: Frauen setzen häufig andere Prioritäten, denken langfristig und beziehen Familie, Werte und Nachhaltigkeit in Entscheidungen ein. Typische Fragen lauten nicht nur: Welche Rendite ist möglich?, sondern auch: Welche Verantwortung trage ich selbst? Welche Auswirkungen hat diese Entscheidung auf meine Familie? Passt sie zu meinen Werten?
Zurückhaltung ist dabei selten ein Zeichen von Desinteresse. Vielmehr prüfen Investorinnen genau, welche Risiken und Konsequenzen Entscheidungen für Vermögensstruktur, Lebensplanung und kommende Generationen haben. Studien bestätigen diese Beobachtung: Frauen bevorzugen oftmals langfristige, stabile Anlagen und berücksichtigen stärker die Auswirkungen über Generationen hinweg (N26, 2022; BlackRock, 2024).
Aber: Diese Herangehensweise ist keinesfalls nur „Frauenthema“. Nachhaltige Vermögensstrategien, strukturierte Risikobetrachtungen und langfristige Planung verbessern die Entscheidungsqualität unabhängig vom Geschlecht. Gerade in Unternehmerfamilien zeigt sich, wie wertvoll diese ganzheitliche Sichtweise ist.
Besonders deutlich wird diese Perspektive in der Nachfolgeplanung. Frauen gehen Nachfolge nicht primär als Vermögensübertragung an, sondern als generationsübergreifende Aufgabe, die wirtschaftliche, familiäre und emotionale Aspekte miteinander verbindet.
In der Praxis zeigt sich, dass Nachfolgeprozesse erfolgreicher verlaufen, wenn sie frühzeitig vorbereitet werden und unterschiedliche Interessen offen adressiert werden. Dabei geht es auch um Rollen, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Familie. In Unternehmerfamilien stehen häufig Überlegungen wie: Wer übernimmt welche Verantwortung? Wie bleiben Entscheidungsstrukturen stabil? Welche Werte sollen erhalten werden?
Eine ganzheitliche Vermögensstrategie funktioniert immer noch am besten, wenn alle relevanten Personen frühzeitig eingebunden werden.
In der Beratung vermögender Familien zeigt sich immer wieder, wie entscheidend der Rahmen ist, in dem finanzielle Themen besprochen werden. Komplexe Vermögensstrukturen, unternehmerische Beteiligungen und generationenübergreifende Verantwortung erfordern Transparenz, Struktur und einen offenen Dialog. Viele Frauen fragen in diesem Kontext gezielt nach dem „Warum“ hinter einer Strategie. Sie interessieren sich nicht nur für Renditeerwartungen oder Risikokennzahlen, sondern für Zusammenhänge.
Neben der individuellen Beratung kann auch der Austausch mit anderen eine wichtige Rolle spielen. Unternehmerinnen, Investorinnen und Vermögensinhaberinnen stehen oft vor ähnlichen Fragestellungen – sei es bei der Strukturierung von Vermögen, bei Nachfolgeprozessen oder bei der strategischen Neuausrichtung. Mit Formaten wie unserem Women’s Wealth Roundtable bringen wir diese Perspektiven zusammen. Der Austausch schafft Orientierung, macht Erfahrungswerte sichtbar und stärkt die eigene Entscheidungssicherheit.
Die wachsende Rolle von Frauen im Wealth Management ist kein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck struktureller Veränderungen in Unternehmerfamilien und Vermögensstrukturen.
Ob Unternehmerin, Erbin oder Investorin: Wer Verantwortung übernehmen soll, braucht Zugang zu Informationen, fundierte Entscheidungsgrundlagen und strategischen Diskussionen – nicht erst dann, wenn ein Übergang unmittelbar bevorsteht.
Quellen:
N26; 2022; Frauen als Investorinnen: Eine Studie zur Gender Gap
BlackRock; 2024; BlackRock-Studie: Frauen holen beim Investieren auf | DAS INVESTMENT
Über den Autor
Beatrice Reed

Beatrice Reed arbeitet als Senior Family Officer bei FINVIA. Die gebürtige Münchnerin hat ihren Bachelor in International Management und Französisch (UMIST, Université Paris Dauphine) und ihren Master in Management (London School of Economics und der Universität St. Gallen) mit Auszeichnung bestanden. Im Anschluss startete sie ihre berufliche Laufbahn in London, zunächst bei der Unternehmensberatung Accenture.
Danach wechselte Beatrice Reed ins Wealth Management und betreut nun seit fast 20 Jahren hochvermögende Familien, Single Family Offices und Stiftungen – oft mit komplexen internationalen und generationsübergreifenden Strukturen. Ab 2006 war Beatrice Reed vier Jahre lang bei der UBS in London tätig, gefolgt von 6 Jahren bei der Deutschen Bank in London. Seit 2015 ist Beatrice Reed wieder in ihre Heimatstadt München zurückgekehrt und war vor Finvia zuletzt fast sechs Jahre für den unabhängigen Vermögensverwalter Hartz Regehr als Senior Kundenbetreuerin und Mitglied des Führungskreises tätig.