Vermögensmanagement

Podcast

Über den Vergleichswerten: Strategien, die Portfolios in 2025 widerstandsfähig machten

19.1.2026

Das Jahr 2025 hat deutlich gemacht, wie unterschiedlich Portfolios auf dasselbe Marktumfeld reagieren können. Hohe Bewertungen, extreme Konzentration in einzelnen Marktsegmenten und eine spürbare Nervosität rund um wenige dominante Titel stellten Anlagestrategien auf die Probe. Während einige Vermögensverwalter in diesem Umfeld vor Herausforderungen standen, entwickelten sich FINVIA-Mandate in vielen Bereichen über den relevanten Vergleichswerten – nicht als Ergebnis eines einzelnen Markttreffers, sondern als Folge bewusster Allokationsentscheidungen.

Im Interview erläutert Christian Maschner, Head of Portfoliomanagement, wie FINVIA diese Strategien umgesetzt hat, welche Entscheidungen dabei den Unterschied ausgemacht haben und warum der Ansatz auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld Stabilität für die Portfolios der Mandanten geschaffen hat.

2025 bedeutete für viele Investoren und Vermögensverwalter vor allem eines: Unruhe im Portfolio. Welche Entwicklungen haben die Märkte am stärksten geprägt und wo lagen die größten Risiken für Anleger?

2025 war für viele Anleger ein sehr unruhiges Börsenjahr. Die Märkte standen unter dem Einfluss politischer Unsicherheiten, neuer Handelskonflikte, starker Währungsschwankungen und eines zuvor sehr ausgeprägten KI-Hypes. Besonders Technologie- und KI-Aktien gerieten nach hohen Kursgewinnen zeitweise deutlich unter Druck und verloren zwischenzeitlich bis zu –27 %. In diesen Schwächephasen erwiesen sich defensive Bereiche wie Basiskonsumgüter (rund –3 %) und Versorger (etwa –5 %) als vergleichsweise stabil. Mit der im weiteren Jahresverlauf einsetzenden, überraschend schnellen Markterholung drehten sich die Vorzeichen jedoch: Zyklische Aktien gehörten zum Jahresende wieder zu den relativen Gewinnern, während defensive Titel weniger stark partizipierten.

Trotz der hohen Unsicherheit beendeten die Aktienmärkte das Jahr insgesamt wieder klar im Plus. Europäische Aktien legten +19 % zu, die Emerging Markets erzielten +18 %, während US-Aktien für europäische Anleger deutlich schwächer abschnitten (+3 %), was maßgeblich auf den rund –16 % schwächeren US-Dollar zurückzuführen war.

Über die verschiedenen Anlageklassen hinweg zeigte sich ein gemischtes Bild: Gold war mit +45 % der klare Gewinner des Jahres und erzielte eines der besten Jahre seiner Geschichte – konkret das viertbeste Jahr seit 1968 (also seit sich der Goldpreis frei am Markt bildet). Anleihen lieferten mit rund +1 % nur geringe Erträge, der europäische Geldmarkt kam auf etwa +2 %. Kryptowährungen standen ebenfalls unter Druck, Bitcoin verlor im Jahresverlauf rund –23 %.

Die größten Risiken für Privatanleger lagen 2025 damit besonders in schnellen Richtungswechseln an den Märkten, politischen Überraschungen und starken Währungsbewegungen.

Viele Portfolios waren 2025 stark von wenigen US-Mega-Caps und KI-Themen geprägt. Wo siehst du rückblickend die strukturellen Schwachstellen dieser Ansätze?

Eine zentrale strukturelle Schwachstelle vieler Portfolios lag in der hohen, oft unbewussten Konzentration auf den US-Markt und wenige KI-getriebene Mega-Caps. Vielen war jedoch nicht klar, dass diese Fokussierung bereits automatisch durch globale Aktienindizes entsteht. So weist der MSCI ACWI mittlerweile einen US-Anteil von rund 64 % auf – 2011 lag dieser noch bei etwa 42 %.

Diese Konzentration verstärkt sich durch die Marktstruktur in den USA selbst: Rund 45 % des US-Aktienmarktes entfallen auf die Sektoren Informationstechnologie und Kommunikationsdienste, allein etwa 34 % entfallen auf wenige große US-Technologiekonzerne. Deren Bewertungen sind stark vom KI-Narrativ geprägt – also von der Hoffnung auf sehr hohe Gewinnsteigerungen in der Zukunft.

Wie anfällig dieses Konstrukt ist, zeigte sich 2025 mehrfach. Schon einzelne Ereignisse – etwa die Nvidia-Quartalszahlen oder neue KI-Modelle von DeepSeek (Nvidia verlor innerhalb eines Tages rund 600 Mrd. US-Dollar an Börsenwert) führten teils zu massiven Kursreaktionen. Diese Nervosität machte deutlich, wie sensibel selbst kleine Enttäuschungen bei hoch bewerteten KI-Aktien reagieren und damit ganze Indizes belasten können.

Trotz hoher Bewertungen bleiben die USA ein wichtiger Bestandteil globaler Portfolios. Wie hat FINVIA die Portfolios angesichts dieser Überbewertungen und Konzentrationsrisiken positioniert?

Der US-Anteil lag über das Jahr hinweg bei rund 40–45 % und damit deutlich unter dem Gewicht gängiger globaler Aktienindizes. Ziel war es, an der Innovations- und Ertragskraft des US-Marktes teilzuhaben, ohne die damit verbundenen Überbewertungs- und Konzentrationsrisiken voll zu übernehmen.

Innerhalb der USA lag der Schwerpunkt klar auf defensiven, konjunkturunabhängigen Sektoren. Rund ein Drittel des US-Engagements entfiel auf Bereiche wie Basiskonsum, Gesundheit und Versorger – deutlich mehr, als es marktübliche Indizes vorsehen.

Auch große Technologiewerte und KI-Gewinner waren enthalten, jedoch mit bewusst begrenzter Gewichtung und deutlich unter Indexniveau.

FINVIA hat 2025 bewusst auf defensivere, qualitäts- und wertorientierte Strategien gesetzt. Warum erschien dieser Ansatz dem reinen Growth- oder Momentum-Fokus überlegen?

Am Aktienmarkt bezahlt man nicht den heutigen Zustand eines Unternehmens, sondern vor allem die Erwartungen der Anleger an seine zukünftige Entwicklung. Entscheidend ist daher für uns immer die Frage, ob der Preis einer Aktie im Verhältnis zu den künftig erzielbaren Gewinnen oder Dividenden ökonomisch plausibel ist und ob sich ein Investment über einen langen Zeitraum rechtfertigen lässt. Vor diesem Hintergrund erschienen viele Growth- und Momentum-Titel 2025 sehr anspruchsvoll bewertet. Bei Kursen von teils deutlich über dem 30-fachen des Jahresgewinns wären außergewöhnlich hohe und dauerhaft steigende Gewinne nötig gewesen, um diese Bewertungen zu rechtfertigen.

Qualitäts- und wertorientierte Sektoren wie Basiskonsumgüter oder Gesundheit wirkten dagegen deutlich attraktiver. Dass diese Sektoren gleichzeitig defensiver sind als etwa Technologie, war dabei kein Selbstzweck, sondern ein zusätzlicher Stabilitätsfaktor. Historisch haben defensive Sektoren in Crashphasen deutlich geringere Verluste erlitten und sich schneller erholt. In der Finanzkrise etwa fielen defensive Branchen um rund –33 %, während zyklische Sektoren zeitweise Verluste von etwa –66 % verzeichneten. Diese asymmetrische Risikostruktur – geringere Rückschläge bei gleichzeitig solider Ertragskraft – machte defensive, qualitäts- und wertorientierte Strategien 2025 aus unserer Sicht dem reinen Growth- oder Momentum-Fokus überlegen.

Gold hat sich in den letzten Jahren als Stabilitätsanker bewährt. Welche Rolle spielte Gold konkret für die Robustheit und Performance der FINVIA-Portfolios?

Gold spielte 2025 eine zentrale Rolle für die Stabilität und Robustheit der FINVIA-Portfolios. Der häufige Einwand, Gold werfe weder Zinsen noch Dividenden ab, ist zwar korrekt, greift jedoch zu kurz. Gold ist vor allem eines: ein Wertspeicher, der seit Jahrtausenden kultur- und systemübergreifend als solcher anerkannt ist – unabhängig von politischen Systemen oder Währungen.

Diese Eigenschaft macht Gold für uns zu einem festen Bestandteil der Portfolios von FINVIA. Die Goldquote bewegt sich grundsätzlich zwischen 5 % und 15 % und lag in den vergangenen Jahren bewusst eher am oberen Ende dieser Spanne. Ausschlaggebend waren erhöhte geopolitische Risiken, anhaltender Inflationsdruck und eine historisch hohe Staatsverschuldung. In einem solchen Kontext gewinnen reale, nicht beliebig vermehrbare Werte deutlich an Bedeutung.

FINVIA konnte 2025 in vielen Bereichen oberhalb der relevanten Vergleichswerte abschneiden. Welche Faktoren haben dazu beigetragen / den Unterschied zu vielen anderen Anbietern gemacht?

Eine zentrale Rolle spielte dabei die konsequente Einbindung von Gold in die strategische Asset-Allokation. Während Gold in vielen Vermögen weiterhin kaum oder gar nicht vertreten war, konnten FINVIA-Portfolios von der starken Entwicklung der letzten Jahre spürbar profitieren.

Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor war die breite globale Diversifikation der Aktienportfolios. Neben Europa und den USA waren auch Emerging Markets und Japan strukturell berücksichtigt – Regionen, die 2025 besonders stark performten. Viele Vergleichsportfolios waren dagegen stark auf US-Aktien fokussiert und konnten von dieser regionalen Streuung nur eingeschränkt profitieren.

Hinzu kommt ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Anbietern: der stärkere Einbezug von Private-Market-Investments in den Vermögen unserer Kunden. Neben den liquiden Anlageklassen investierten viele FINVIA-Kunden gezielt in Private Equity und Immobilien, ergänzt – je nach Vermögensstruktur und Risikoprofil – durch Hedgefonds und Private Debt. Diese Anlagen eröffneten zusätzliche Renditequellen abseits der öffentlichen Kapitalmärkte, reduzierten die Abhängigkeit von kurzfristigen Marktschwankungen und trugen damit spürbar zur Stabilität und Diversifikation der Gesamtvermögen bei.

Wenn du die Positionierung 2025 zusammenfasst: Wie sah das Portfolio hinsichtlich Aktienquote, Regionen, Sektoren und Risikoprofil aus?

Die Portfolios von FINVIA waren 2025 über alle Risikoprofile hinweg bewusst defensiver ausgerichtet. Sowohl Aktien als auch Anleihen waren im Vergleich zu klassischen Mischportfolios untergewichtet. Stattdessen spielten Gold und Liquidität eine deutlich größere Rolle, um Stabilität zu schaffen und flexibel auf Marktverwerfungen reagieren zu können.

Innerhalb des Aktienbausteins waren die USA gegenüber dem Rest der Welt untergewichtet, während Europa, Emerging Markets und Japan stärker berücksichtigt wurden. Sektoral lag der Fokus klar auf defensiven, konjunkturunabhängigen Bereichen wie Basiskonsum, Gesundheit und Versorgern, während zyklische und hoch bewertete Wachstumssektoren bewusst niedriger gewichtet wurden.

Im Anleihebereich lag der Schwerpunkt auf kurzen Laufzeiten sowie auf inflationsgeschützten Anleihen, um Zins- und Inflationsrisiken zu begrenzen. Klassische langlaufende Anleihen spielten dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Insgesamt ergab sich daraus ein robustes, ausgewogenes Risikoprofil, das auf Kapitalerhalt, Diversifikation und Flexibilität ausgerichtet war. Trotz – oder gerade wegen – dieser defensiven Grundhaltung erzielten die liquiden Kundenportfolios 2025 je nach Risikoprofil eine Performance von rund 8 % bis 11 %.

Über den Vergleichswerten: Strategien, die Portfolios in 2025 widerstandsfähig machten

Vermögensmanagement

Über den Vergleichswerten: Strategien, die Portfolios in 2025 widerstandsfähig machten

19.1.2026

Christian Maschner

2025 hat gezeigt, wie unterschiedlich Portfolios auf ein anspruchsvolles Marktumfeld reagieren. Im Interview erklärt Christian Maschner, Head of Portfoliomanagement, die entscheidenden Erfolgsfaktoren hinter der Performance der FINVIA-Mandate.

Das Jahr 2025 hat deutlich gemacht, wie unterschiedlich Portfolios auf dasselbe Marktumfeld reagieren können. Hohe Bewertungen, extreme Konzentration in einzelnen Marktsegmenten und eine spürbare Nervosität rund um wenige dominante Titel stellten Anlagestrategien auf die Probe. Während einige Vermögensverwalter in diesem Umfeld vor Herausforderungen standen, entwickelten sich FINVIA-Mandate in vielen Bereichen über den relevanten Vergleichswerten – nicht als Ergebnis eines einzelnen Markttreffers, sondern als Folge bewusster Allokationsentscheidungen.

Im Interview erläutert Christian Maschner, Head of Portfoliomanagement, wie FINVIA diese Strategien umgesetzt hat, welche Entscheidungen dabei den Unterschied ausgemacht haben und warum der Ansatz auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld Stabilität für die Portfolios der Mandanten geschaffen hat.

2025 bedeutete für viele Investoren und Vermögensverwalter vor allem eines: Unruhe im Portfolio. Welche Entwicklungen haben die Märkte am stärksten geprägt und wo lagen die größten Risiken für Anleger?

2025 war für viele Anleger ein sehr unruhiges Börsenjahr. Die Märkte standen unter dem Einfluss politischer Unsicherheiten, neuer Handelskonflikte, starker Währungsschwankungen und eines zuvor sehr ausgeprägten KI-Hypes. Besonders Technologie- und KI-Aktien gerieten nach hohen Kursgewinnen zeitweise deutlich unter Druck und verloren zwischenzeitlich bis zu –27 %. In diesen Schwächephasen erwiesen sich defensive Bereiche wie Basiskonsumgüter (rund –3 %) und Versorger (etwa –5 %) als vergleichsweise stabil. Mit der im weiteren Jahresverlauf einsetzenden, überraschend schnellen Markterholung drehten sich die Vorzeichen jedoch: Zyklische Aktien gehörten zum Jahresende wieder zu den relativen Gewinnern, während defensive Titel weniger stark partizipierten.

Trotz der hohen Unsicherheit beendeten die Aktienmärkte das Jahr insgesamt wieder klar im Plus. Europäische Aktien legten +19 % zu, die Emerging Markets erzielten +18 %, während US-Aktien für europäische Anleger deutlich schwächer abschnitten (+3 %), was maßgeblich auf den rund –16 % schwächeren US-Dollar zurückzuführen war.

Über die verschiedenen Anlageklassen hinweg zeigte sich ein gemischtes Bild: Gold war mit +45 % der klare Gewinner des Jahres und erzielte eines der besten Jahre seiner Geschichte – konkret das viertbeste Jahr seit 1968 (also seit sich der Goldpreis frei am Markt bildet). Anleihen lieferten mit rund +1 % nur geringe Erträge, der europäische Geldmarkt kam auf etwa +2 %. Kryptowährungen standen ebenfalls unter Druck, Bitcoin verlor im Jahresverlauf rund –23 %.

Die größten Risiken für Privatanleger lagen 2025 damit besonders in schnellen Richtungswechseln an den Märkten, politischen Überraschungen und starken Währungsbewegungen.

Viele Portfolios waren 2025 stark von wenigen US-Mega-Caps und KI-Themen geprägt. Wo siehst du rückblickend die strukturellen Schwachstellen dieser Ansätze?

Eine zentrale strukturelle Schwachstelle vieler Portfolios lag in der hohen, oft unbewussten Konzentration auf den US-Markt und wenige KI-getriebene Mega-Caps. Vielen war jedoch nicht klar, dass diese Fokussierung bereits automatisch durch globale Aktienindizes entsteht. So weist der MSCI ACWI mittlerweile einen US-Anteil von rund 64 % auf – 2011 lag dieser noch bei etwa 42 %.

Diese Konzentration verstärkt sich durch die Marktstruktur in den USA selbst: Rund 45 % des US-Aktienmarktes entfallen auf die Sektoren Informationstechnologie und Kommunikationsdienste, allein etwa 34 % entfallen auf wenige große US-Technologiekonzerne. Deren Bewertungen sind stark vom KI-Narrativ geprägt – also von der Hoffnung auf sehr hohe Gewinnsteigerungen in der Zukunft.

Wie anfällig dieses Konstrukt ist, zeigte sich 2025 mehrfach. Schon einzelne Ereignisse – etwa die Nvidia-Quartalszahlen oder neue KI-Modelle von DeepSeek (Nvidia verlor innerhalb eines Tages rund 600 Mrd. US-Dollar an Börsenwert) führten teils zu massiven Kursreaktionen. Diese Nervosität machte deutlich, wie sensibel selbst kleine Enttäuschungen bei hoch bewerteten KI-Aktien reagieren und damit ganze Indizes belasten können.

Trotz hoher Bewertungen bleiben die USA ein wichtiger Bestandteil globaler Portfolios. Wie hat FINVIA die Portfolios angesichts dieser Überbewertungen und Konzentrationsrisiken positioniert?

Der US-Anteil lag über das Jahr hinweg bei rund 40–45 % und damit deutlich unter dem Gewicht gängiger globaler Aktienindizes. Ziel war es, an der Innovations- und Ertragskraft des US-Marktes teilzuhaben, ohne die damit verbundenen Überbewertungs- und Konzentrationsrisiken voll zu übernehmen.

Innerhalb der USA lag der Schwerpunkt klar auf defensiven, konjunkturunabhängigen Sektoren. Rund ein Drittel des US-Engagements entfiel auf Bereiche wie Basiskonsum, Gesundheit und Versorger – deutlich mehr, als es marktübliche Indizes vorsehen.

Auch große Technologiewerte und KI-Gewinner waren enthalten, jedoch mit bewusst begrenzter Gewichtung und deutlich unter Indexniveau.

FINVIA hat 2025 bewusst auf defensivere, qualitäts- und wertorientierte Strategien gesetzt. Warum erschien dieser Ansatz dem reinen Growth- oder Momentum-Fokus überlegen?

Am Aktienmarkt bezahlt man nicht den heutigen Zustand eines Unternehmens, sondern vor allem die Erwartungen der Anleger an seine zukünftige Entwicklung. Entscheidend ist daher für uns immer die Frage, ob der Preis einer Aktie im Verhältnis zu den künftig erzielbaren Gewinnen oder Dividenden ökonomisch plausibel ist und ob sich ein Investment über einen langen Zeitraum rechtfertigen lässt. Vor diesem Hintergrund erschienen viele Growth- und Momentum-Titel 2025 sehr anspruchsvoll bewertet. Bei Kursen von teils deutlich über dem 30-fachen des Jahresgewinns wären außergewöhnlich hohe und dauerhaft steigende Gewinne nötig gewesen, um diese Bewertungen zu rechtfertigen.

Qualitäts- und wertorientierte Sektoren wie Basiskonsumgüter oder Gesundheit wirkten dagegen deutlich attraktiver. Dass diese Sektoren gleichzeitig defensiver sind als etwa Technologie, war dabei kein Selbstzweck, sondern ein zusätzlicher Stabilitätsfaktor. Historisch haben defensive Sektoren in Crashphasen deutlich geringere Verluste erlitten und sich schneller erholt. In der Finanzkrise etwa fielen defensive Branchen um rund –33 %, während zyklische Sektoren zeitweise Verluste von etwa –66 % verzeichneten. Diese asymmetrische Risikostruktur – geringere Rückschläge bei gleichzeitig solider Ertragskraft – machte defensive, qualitäts- und wertorientierte Strategien 2025 aus unserer Sicht dem reinen Growth- oder Momentum-Fokus überlegen.

Gold hat sich in den letzten Jahren als Stabilitätsanker bewährt. Welche Rolle spielte Gold konkret für die Robustheit und Performance der FINVIA-Portfolios?

Gold spielte 2025 eine zentrale Rolle für die Stabilität und Robustheit der FINVIA-Portfolios. Der häufige Einwand, Gold werfe weder Zinsen noch Dividenden ab, ist zwar korrekt, greift jedoch zu kurz. Gold ist vor allem eines: ein Wertspeicher, der seit Jahrtausenden kultur- und systemübergreifend als solcher anerkannt ist – unabhängig von politischen Systemen oder Währungen.

Diese Eigenschaft macht Gold für uns zu einem festen Bestandteil der Portfolios von FINVIA. Die Goldquote bewegt sich grundsätzlich zwischen 5 % und 15 % und lag in den vergangenen Jahren bewusst eher am oberen Ende dieser Spanne. Ausschlaggebend waren erhöhte geopolitische Risiken, anhaltender Inflationsdruck und eine historisch hohe Staatsverschuldung. In einem solchen Kontext gewinnen reale, nicht beliebig vermehrbare Werte deutlich an Bedeutung.

FINVIA konnte 2025 in vielen Bereichen oberhalb der relevanten Vergleichswerte abschneiden. Welche Faktoren haben dazu beigetragen / den Unterschied zu vielen anderen Anbietern gemacht?

Eine zentrale Rolle spielte dabei die konsequente Einbindung von Gold in die strategische Asset-Allokation. Während Gold in vielen Vermögen weiterhin kaum oder gar nicht vertreten war, konnten FINVIA-Portfolios von der starken Entwicklung der letzten Jahre spürbar profitieren.

Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor war die breite globale Diversifikation der Aktienportfolios. Neben Europa und den USA waren auch Emerging Markets und Japan strukturell berücksichtigt – Regionen, die 2025 besonders stark performten. Viele Vergleichsportfolios waren dagegen stark auf US-Aktien fokussiert und konnten von dieser regionalen Streuung nur eingeschränkt profitieren.

Hinzu kommt ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Anbietern: der stärkere Einbezug von Private-Market-Investments in den Vermögen unserer Kunden. Neben den liquiden Anlageklassen investierten viele FINVIA-Kunden gezielt in Private Equity und Immobilien, ergänzt – je nach Vermögensstruktur und Risikoprofil – durch Hedgefonds und Private Debt. Diese Anlagen eröffneten zusätzliche Renditequellen abseits der öffentlichen Kapitalmärkte, reduzierten die Abhängigkeit von kurzfristigen Marktschwankungen und trugen damit spürbar zur Stabilität und Diversifikation der Gesamtvermögen bei.

Wenn du die Positionierung 2025 zusammenfasst: Wie sah das Portfolio hinsichtlich Aktienquote, Regionen, Sektoren und Risikoprofil aus?

Die Portfolios von FINVIA waren 2025 über alle Risikoprofile hinweg bewusst defensiver ausgerichtet. Sowohl Aktien als auch Anleihen waren im Vergleich zu klassischen Mischportfolios untergewichtet. Stattdessen spielten Gold und Liquidität eine deutlich größere Rolle, um Stabilität zu schaffen und flexibel auf Marktverwerfungen reagieren zu können.

Innerhalb des Aktienbausteins waren die USA gegenüber dem Rest der Welt untergewichtet, während Europa, Emerging Markets und Japan stärker berücksichtigt wurden. Sektoral lag der Fokus klar auf defensiven, konjunkturunabhängigen Bereichen wie Basiskonsum, Gesundheit und Versorgern, während zyklische und hoch bewertete Wachstumssektoren bewusst niedriger gewichtet wurden.

Im Anleihebereich lag der Schwerpunkt auf kurzen Laufzeiten sowie auf inflationsgeschützten Anleihen, um Zins- und Inflationsrisiken zu begrenzen. Klassische langlaufende Anleihen spielten dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Insgesamt ergab sich daraus ein robustes, ausgewogenes Risikoprofil, das auf Kapitalerhalt, Diversifikation und Flexibilität ausgerichtet war. Trotz – oder gerade wegen – dieser defensiven Grundhaltung erzielten die liquiden Kundenportfolios 2025 je nach Risikoprofil eine Performance von rund 8 % bis 11 %.

Liquide Geldanlagen mit FINVIA

Profitieren Sie von jahrzehntelanger Investmenterfahrung unserer Experten, individuellen Strategien und mehr Sicherheit durch präzise Kapitalmarktsimulationen.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

Alternative Investments mit FINVIA

Profitieren Sie von der Diversifikation und Stabilisierung Ihres Portfolios durch alternative Investments – wir öffnen Ihren die Türen zu allen Anlageklassen.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

REINHARD PANSES POSITIONEN

Sie haben Fragen zu Kapitalmarktanlagen? Als Family Office unterstützt FINVIA Sie bei der Identifikation und Allokation lukrativer Investments.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

FINVIA – Beyond Wealth

Erfahren Sie mehr über FINVA, unsere unabhängigen Services und unseren einzigartigen Ansatz als Family Office.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

FINVIA – Beyond Wealth

Erfahren Sie mehr über FINVA, unsere unabhängigen Services und unseren einzigartigen Ansatz als Family Office.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

FINVIA – Beyond Wealth

Erfahren Sie mehr über FINVA, unsere unabhängigen Services und unseren einzigartigen Ansatz als Family Office.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

FINVIA – Beyond Wealth

Erfahren Sie mehr über FINVA, unsere unabhängigen Services und unseren einzigartigen Ansatz als Family Office.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

FINVIA – Beyond Wealth

Erfahren Sie mehr über FINVA, unsere unabhängigen Services und unseren einzigartigen Ansatz als Family Office.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

FINVIA – Beyond Wealth

Erfahren Sie mehr über FINVA, unsere unabhängigen Services und unseren einzigartigen Ansatz als Family Office.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

FINVIA – Beyond Wealth

Erfahren Sie mehr über FINVA, unsere unabhängigen Services und unseren einzigartigen Ansatz als Family Office.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

FINVIA – Beyond Wealth

Erfahren Sie mehr über FINVA, unsere unabhängigen Services und unseren einzigartigen Ansatz als Family Office.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

Beyond Impact mit FINVIA

Mit Impact Investing generieren Sie nicht nur Rendite, sondern einen echten Mehrwert für Umwelt und Gesellschaft. Als unabhängiger Partner bieten wir Ihnen dafür alle Möglichkeiten.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

Beyond Impact mit FINVIA

Mit Impact Investing generieren Sie nicht nur Rendite, sondern einen echten Mehrwert für Umwelt und Gesellschaft. Als unabhängiger Partner bieten wir Ihnen dafür alle Möglichkeiten.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

FINVIA Real Estate

Ob renommierter Immobilienfonds oder Direktkauf inklusive Eigentümervertretung – als erfahrenes Family Office begleiten wir Ihre Vermögensanlage über deren gesamten Lebenszyklus hinweg.

Mehr erfahren

Mehr erfahren

Über den Autor

Christian Maschner

Über den Vergleichswerten: Strategien, die Portfolios in 2025 widerstandsfähig machtenÜber den Vergleichswerten: Strategien, die Portfolios in 2025 widerstandsfähig machten

Christian Maschner verantwortet den Bereich Investment Office bei FINVIA.

Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Finanzierungslehre und Finanzwissenschaften hat er seine Karriere bei der AXA Konzern AG begonnen. Dort war er für die Betreuung der Anlageklasse Private Equity zuständig und die Auswahl von Investmentmanagern.

Danach wechselte er 2011 zur Privatbank Sal. Oppenheim. Hier arbeitete er als Portfoliomanager und entwickelte quantitative Investmentprozesse zur taktischen und strategischen Asset Allocation für die institutionelle und private Vermögensverwaltung. Im Jahr 2018 schloss er sich der neu gegründeten HQ Asset Management GmbH an. Ab 2021 als Leiter Research baute er dort eine Investmentplattform zur Steuerung der strategischen und taktischen Asset Allocation sowie zur Aktienselektion auf.

Der FINVIA Blog

Passend zum Thema

Vertiefen Sie Ihr Wissen

Vermögensmanagement

Warum Vermögensmanagement immer mit dem Anlageziel beginnen muss – und warum das Ziel mehr umfasst als Rendite

Warum Vermögensmanagement immer mit dem Anlageziel beginnen muss – und warum das Ziel mehr umfasst als Rendite

Vermögensmanagement

Die Kunst der stabilen Performance in der Vermögensverwaltung

Die Kunst der stabilen Performance in der Vermögensverwaltung

Vermögensmanagement

Die nächste Unternehmergeneration: Zwischen Tradition und Aufbruch

Die nächste Unternehmergeneration: Zwischen Tradition und Aufbruch

Vermögensmanagement

Was Privatanleger im Vergleich zu institutionellen Anlegern verpassen: Ursachen für die Performance-Lücke und Lösungsansätze

Was Privatanleger im Vergleich zu institutionellen Anlegern verpassen: Ursachen für die Performance-Lücke und Lösungsansätze

Vermögensmanagement

Wie investiere ich in Gold? Die besten Ansätze für Anleger 2025

Wie investiere ich in Gold? Die besten Ansätze für Anleger 2025

Vermögensmanagement

Wie aktive ETFs moderne Portfolios ergänzen und langfristig stärken

Wie aktive ETFs moderne Portfolios ergänzen und langfristig stärken

Zum Family Office
Newsletter anmelden

Ich möchte regelmässige Informationen zu FINVIA erhalten. Jederzeit widerrufbar.

Vielen Dank für Ihr Interesse. Bitte überprüfen Sie Ihr E-Mail-Postfach und bestätigen Sie die Anmeldung.
Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen Sie es erneut.