Warum setzt FINVIA als Family Office auf Private Equity?

Als Multi Family Office steht bei uns die ganzheitliche und maßgeschneiderte Beratung komplexer Vermögen im Vordergrund. Das Spektrum der Leistungen ist dabei sehr umfassend und beinhaltet u.a. die Expertise in traditionellen Anlageklassen ebenso wie den alternativen Investments, wozu auch Private Equity zählt. Jede Anlageklasse weist unterschiedliche Risiken und Chancen, aber auch Liquiditätsprofile, auf. Das wiederum bedeutet, dass sich durch eine Kombination der Anlageklassen das Rendite-Risiko-Profil eines Gesamtportfolios verbessern kann, da sich Schwankungen der Assetklassen untereinander ausgleichen. Aus diesem Grund integrieren wir sämtliche Anlageklassen in unseren Beratungsansatz. Insbesondere Private Equity spielt dabei eine essenzielle Rolle, da hier nach wie vor strukturelle Vorteile gegenüber den liquiden Märkten bestehen.

Zu nennen sind hier beispielsweise eine konzentrierte Eigentümerstruktur mit langfristig orientierten Wertsteigerungsplänen sowie Halteperioden der Portfoliounternehmen von durchschnittlich 3 bis 5 Jahren, welche es Private Equity Unternehmen ermöglicht, sich besser auf Wachstum und operative Exzellenz auszurichten. Gleichzeitig sorgt die Illiquidität der Anlageklasse für mehr Stabilität im Portfolio unserer Kunden. Insbesondere in Zeiten von Marktverwerfungen zeigt Private Equity eine starke Outperformance gegenüber liquiden Märkten.

Warum bietet FINVIA neben Einzelfonds auch ein FINVIA PE Selection Vintage-Programm an?

Das Family Office Segment skalierbar zu machen, war eine der Motivationen bei der Gründung von FINVIA. Dazu gehört auch, Private Equity bereits ab kleineren Zeichnungssummen von 200.000 € (bei semiprofessionellen Anlegern) diversifiziert darstellen zu können. Die Idee dahinter, unser Vintage-Programm rollierend jedes Jahr aufzulegen, ist darauf ausgelegt, die Private Equity Allokation nach Kundenwunsch besser steuern zu können. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir die Portfolios unserer Kunden schneller aufbauen können. Bei traditionellen Dachfonds dauert es oftmals sehr lange, bis das gezeichnete Kapital auch investiert ist.

Generell lässt sich aber sagen, dass eine Diversifikation auch über Auflagejahre sehr sinnvoll ist, denn die Renditen im Private Equity Markt können stark abhängig vom Investitionszeitpunkt sein. Wir empfehlen unseren Kunden daher eine kontinuierliche Zeichnung.

FINVIA PE Selection investiert nur in 6 bis 10 Zielfonds und ist somit deutlich konzentrierter als die meisten Dachfonds auf dem Markt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Unser Selection-Programm ist tatsächlich deutlich konzentrierter gestaltet als die meisten Dachfonds. Wir verlieren damit jedoch nicht an Diversifikation. Nehmen wir an, jeder Fonds investiert in 15 Unternehmen – bei 6 Fonds wären wir dann schon bei 90 Unternehmen, bei 10 Fonds bei 150 Unternehmen. Aus risikominimierender Sicht sind wir damit gut aufgestellt.

Aber stellen wir Dies kurz zur Seite. Wir wollen ein Portfolio aus „Best-in-Class“ Managern aufbauen, bei dem jeder Fondsmanager auch maßgeblich zur Performance beitragen soll. Der Vorteil eines konzentrierten Portfolios liegt darin, dass FINVIA zu 100% hinter jedem der ausgewählten Manager steht. Unser Anspruch ist nicht, breit in den Markt zu investieren, sondern die besten Manager jedes Jahrgangs zu finden. Wenn unsere Manager hier Outperformance generieren, d.h. die Benchmark übertreffen und eine höhere Rendite erzielen, sehen unsere Kunden dies auch auf Ebene unseres Selection Programms. Bei anderen Dachfonds ist eine Outperformance oftmals nicht der Fall, somit sind auch nur mittelmäßige Private Equity Renditen möglich.

Welchen Prozess müssen Private Equity Manager bei FINVIA durchlaufen, damit sie in das Netzwerk aufgenommen werden?

In einem ersten Schritt ist es für uns wichtig, den Markt zu kennen, indem wir mit einer Vielzahl an Private Equity Managern sprechen. Weiterhin achten wir stark auf den Aufbau eines diversifizierten Portfolios an Managern mit unterschiedlichem Fokus auf Regionen, Finanzierungsstufen und Sektoren. Bei der umfangreichen Anzahl an Managern kann man hier jedoch schnell die Übersicht verlieren. Daher setzen wir bei FINVIA auf eine gezielte Selektion. Dies beinhaltet zum einen den frühzeitigen Aufbau von Beziehungen mit vielversprechenden Managern – oftmals schon mehrere Jahre vor Investition. Zum anderen nutzen wir Folgezeichnungen, sogenannte Re-ups mit Managern unseres Netzwerks, in denen wir bereits investiert sind. Auch wenn FINVIA selbst erst 2020 gegründet wurde, darf man nicht vergessen, dass unsere Kunden bereits seit Jahrzehnten in Private Equity Fonds investieren und das Team über die letzten 15 Jahre – bei mir natürlich etwas weniger – ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut hat.

Bevor es zu einem Investment kommt, prüfen wir einen Manager auf Herz und Nieren. Dazu führen wir diverse Gespräche, um sowohl das Team als auch die Strategie und insbesondere die Stärken und Schwächen eines Managers zu verstehen. Oftmals sind daher 3 oder 4 Gespräche vorgelagert, bevor wir mit unserer Due Diligence starten. Sofern eine Entscheidung getroffen wurde einen Fonds näher zu prüfen, folgen eine Reihe von Due Diligence Terminen, in denen wir detailliert über einzelne Investments sprechen. Die Ergebnisse dieser Prüfung werden anschließend unserem Investment Committee vorgelegt und erst nach positivem Beschluss als Fonds in unser PE Selection Portfolio aufgenommen. Hierbei konzentrieren wir uns ohne Anlagedruck ausschließlich auf die Fonds, die aus unserer Sicht die Besten ihres Jahres sind.

Fabian, kannst Du schon Insights zum Start des PE Selection 2022 – und eine kurze Retrospektive zum Vorgängerfonds geben?

Sehr gerne. Wir haben im Vorgängerfonds PE Selection 2021 ein komplementäres Portfolio aus sieben Fondsmanagern zusammengestellt, von denen sechs bereits aktiv investieren. Die Manager haben unterschiedliche Investmentstrategien und ergänzen sich somit gut. So haben wir beispielsweise mit KKR Asia IV einen pan-asiatischen Buyout Fonds dabei, während TA-XIV sich stark auf globale Wachstumsunternehmen konzentriert. Uns ist es immer wichtig, dass die Fonds im Portfolio gut funktionieren. Mittlerweile sind die ausgewählten Fonds in über 40 Portfoliounternehmen investiert und konnten teilweise bereits einige Add-on Akquisitionen umsetzen. So lässt sich bereits eine deutlich positive Entwicklung erkennen.

Für den PE Selection 2022 wollen wir nun erneut ein starkes Portfolio zusammenstellen und setzen unsere Linie weiter fort. So haben wir bereits eine starke Pipeline an Managern identifiziert, die wir als Best in Class betrachten. Jeder von ihnen konnte in der Vergangenheit nicht nur sehr gute Renditen erzielen, sondern ergänzt sich auch in einem Kundenportfolio.

Eine letzte Frage: Der FINVIA PE Selection 2021 wurde über eine deutsche GmbH & Co. KG investiert, im FINVIA PE Selection 2022 gibt es nun eine Luxemburger Struktur. Was sind die Hintergründe?

Der Strukturwechsel ist für uns ein weiterer Schritt zur Institutionalisierung. Als führender Fondsstandort Europas genießt Luxemburg zunehmende Beliebtheit bei professionellen, institutionellen Anlegern, nicht zuletzt aufgrund langjähriger Erfahrung im Umgang mit Alternative Investment-Fonds. Weiterhin können wir neben deutschen Kunden nun potenziell auch Kunden aus anderen europäischen Staaten unser PE Selection Programm und/ oder Einzelfonds- und Managed Account-Lösungen anbieten. Zuletzt haben wir mit der VP Bank einen etablierten und soliden Partner an der Hand, welcher uns in der Umsetzung hervorragend unterstützt.

Danke für Deine Einblicke, Fabian!