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Oliver Bierhoff: „Man hat die Fernbedienung selbst in der Hand“

12.1.2026

Oliver Bierhoff blickt auf mehrere Karrieren zurück: 17 Jahre als Fußballprofi, 18 Jahre in verantwortlicher Rolle beim DFB und heute als Unternehmer, Investor und strategischer Berater. Was ihn all die Jahre getragen hat, warum Rückschläge oft die besten Lehrmeister sind und wie er über Vermögen, Verantwortung und Zukunft denkt, erzählt er im Interview.

Herr Bierhoff, wenn man Sie heute vorstellt – wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin ein ehemaliger Fußballprofi und Manager, der sich nun in seiner dritten Karriere neuen Themen widmet. Ich durfte in über 35 Jahren im Profisport viele Erfahrungen auf höchstem Niveau mit intensiven Momenten machen. Der Fußball war für mich eine Schule des Lebens und hat mir unglaublich viel gegeben. Diese vielfältigen Erfahrungen, mein Know-How und meine Vorstellungen versuche ich heute in meine neuen Aktivitäten als Unternehmer, Investor und Berater einzubringen. Der Sport war lange alleiniger Mittelpunkt meines Handelns. Das ist er heute nicht mehr, aber das Fundament, auf dem vieles aufbaut.

Was hat Sie auf diesem Weg motiviert und geprägt?

So bitter und auch ein wenig abgedroschen es klingt, aber es ist so: Rückschläge und negative Erfahrungen sind oft das, woran man wächst. Gerade in solchen Momenten zeigt sich der Charakter. Niederlagen und Misserfolge gehören zum Leben und jeder erfolgreichen Karriere dazu und rückblickend bin ich genau dafür dankbar.

Es gibt nun mal keine Abkürzungen im Leben, man muss den harten Weg gehen. Das gilt im Sport genauso wie im Unternehmertum oder bei Vermögensentscheidungen. Entscheidend ist dabei, den positiven Spirit nicht zu verlieren, an sich zu glauben und durchzuhalten. Ich sage immer: Man hat die Fernbedienung selbst in der Hand. Man sollte nicht zu lange über Situationen klagen, sondern sich die richtigen Fragen stellen: Wo will ich hin? Was kann ich verändern? Welche Lösungen gibt es?

Mich hat es immer inspiriert, neue Wege zu gehen und Dinge auszuprobieren, auch, wenn man sie noch nicht perfekt beherrscht. Gleichzeitig weiß ich: Allein kommt man nicht weit. Ohne andere Menschen, ohne ein Team, hätte ich vieles nicht erreicht. Inspiration entsteht für mich deshalb vor allem im Miteinander; mit Kolleginnen und Kollegen, Mitstreitern und Menschen mit Ideen und Leidenschaft.

Wie haben diese Erfahrungen Ihr Verständnis von Führung beeinflusst?

Als Stürmer entscheidet man Spiele, Verantwortung zu übernehmen gehörte für mich früh dazu. Dazu kam, dass ich als Person oft polarisiert habe. Kritik war immer ein Teil meiner Karriere, und genau das schult, langfristig zu denken und sich nicht von kurzfristigen Rückschlägen oder Meinungen anderer aus der Spur bringen zu lassen. Aus dem Sport habe ich vor allem gelernt: Die Welt bleibt nicht stehen. Das Leben geht weiter. Man findet Lösungen. Es ist selten so dramatisch, wie es sich im Moment anfühlt, und es gibt immer neue Chancen, wieder aufzustehen und etwas aus seiner Situation zu machen.

Eine wichtige Lektion war für mich, im Umgang mit Menschen dazuzulernen. Früher bin ich stark von meinen eigenen Maßstäben ausgegangen. Heute bedeutet Führung für mich vor allem, die Menschen mitzunehmen und ihnen Orientierung zu geben – dabei jedoch nicht alles kontrollieren zu wollen.

Was bedeutet Vermögen für Sie?

In jungen Jahren war Vermögensaufbau stark mit Sicherheit verbunden: Vorsorge treffen, Verantwortung für die Familie übernehmen. Heute ist Vermögen für mich vor allem ein Mittel, private wie berufliche Themen freier gestalten zu können. Finanzielles Vermögen schafft Freiheit und Möglichkeiten. Dabei geht es mir nicht um Statussymbole, sondern um Optionen: Menschen zu unterstützen, in Themen zu investieren, in Bildung und Erfahrungen.

Neben der finanziellen Dimension gibt es aber immer auch die Frage: Was vermag man zu tun? Daraus erwächst für mich eine persönliche Verantwortung, Herausforderungen anzunehmen und sich weiterzuentwickeln. Vermögen ist also kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Gestaltung.

Gab es eine konkrete Vermögensentscheidung, aus der Sie gelernt haben?

Ich habe einmal zu stark auf einen einzelnen Anbieter gesetzt. Über Jahre hinweg lief das gut, aber genau in dieser Abhängigkeit lag das größte Risiko. Rückblickend war diese Erfahrung wichtig, denn sie hat mir noch einmal deutlich gemacht, wie entscheidend Diversifikation ist. Einen richtigen Griff in die Tonne hatte ich aber glücklicherweise nie. An der ein oder anderen Stelle waren die Kosten zu hoch oder das Produkt nicht besonders hochwertig. Aber auch diese Erfahrungen gehören einfach dazu. Wer erzählt, dass er nur gute Investments getätigt hat, dem darf man nicht glauben.

Welche Prinzipien sind Ihnen bei der Vermögensanlage besonders wichtig?

Disziplin, keine Gier und innere Ruhe sind entscheidend. Ich habe gelernt, wichtigen Entscheidungen Zeit zu geben, auch mal eine Nacht darüber zu schlafen und andere Blickwinkel einzubeziehen.

Dazu gehört auch, sich mit den richtigen Menschen zu umgeben, klare Regeln zu definieren und nicht alles auf eine Karte zu setzen. Man sollte sich nicht von Trends oder Euphorie treiben lassen. Ich bin kein Zocker. Eine Linie zu haben und dieser konsequent zu folgen, ist für mich ebenso zentral, wie das Verständnis für das was man tut. Alles, was man nicht versteht, sollte man nicht (selbst) machen, und wenn, dann nur mit vertrauensvollen Experten, bei denen man sicher sein kann, dass sie allein deine Interessen vertreten.

Welche Rolle spielen finanzielle Bildung und Transparenz für kommende Generationen?

Eine sehr große. Geld ist ein Thema, über das man gerade hier in Deutschland ungern spricht, obwohl es unseren Alltag stark bestimmt. Die Distanz junger Menschen zu Geld wird größer, weil vieles nur noch digital abläuft.

Umso wichtiger ist es, früh zu vermitteln, was Geld bedeutet, wie Vermögen entsteht und dass nichts selbstverständlich ist. Finanzielle Bildung schafft Verständnis, Verantwortung und Resilienz, vor allem in Zeiten, in denen schwierige Phasen wieder realistischer werden. Auch Erfolg lässt sich eben nicht abkürzen, weder auf dem Platz noch beim Vermögen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Oliver Bierhoff: „Man hat die Fernbedienung selbst in der Hand“

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Oliver Bierhoff: „Man hat die Fernbedienung selbst in der Hand“

12.1.2026

Davina Häkel

Oliver Bierhoff spricht im Interview über Disziplin, den Umgang mit Rückschlägen und Prinzipien, die ihn bei Führung und Vermögensentscheidungen leiten.

Oliver Bierhoff blickt auf mehrere Karrieren zurück: 17 Jahre als Fußballprofi, 18 Jahre in verantwortlicher Rolle beim DFB und heute als Unternehmer, Investor und strategischer Berater. Was ihn all die Jahre getragen hat, warum Rückschläge oft die besten Lehrmeister sind und wie er über Vermögen, Verantwortung und Zukunft denkt, erzählt er im Interview.

Herr Bierhoff, wenn man Sie heute vorstellt – wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin ein ehemaliger Fußballprofi und Manager, der sich nun in seiner dritten Karriere neuen Themen widmet. Ich durfte in über 35 Jahren im Profisport viele Erfahrungen auf höchstem Niveau mit intensiven Momenten machen. Der Fußball war für mich eine Schule des Lebens und hat mir unglaublich viel gegeben. Diese vielfältigen Erfahrungen, mein Know-How und meine Vorstellungen versuche ich heute in meine neuen Aktivitäten als Unternehmer, Investor und Berater einzubringen. Der Sport war lange alleiniger Mittelpunkt meines Handelns. Das ist er heute nicht mehr, aber das Fundament, auf dem vieles aufbaut.

Was hat Sie auf diesem Weg motiviert und geprägt?

So bitter und auch ein wenig abgedroschen es klingt, aber es ist so: Rückschläge und negative Erfahrungen sind oft das, woran man wächst. Gerade in solchen Momenten zeigt sich der Charakter. Niederlagen und Misserfolge gehören zum Leben und jeder erfolgreichen Karriere dazu und rückblickend bin ich genau dafür dankbar.

Es gibt nun mal keine Abkürzungen im Leben, man muss den harten Weg gehen. Das gilt im Sport genauso wie im Unternehmertum oder bei Vermögensentscheidungen. Entscheidend ist dabei, den positiven Spirit nicht zu verlieren, an sich zu glauben und durchzuhalten. Ich sage immer: Man hat die Fernbedienung selbst in der Hand. Man sollte nicht zu lange über Situationen klagen, sondern sich die richtigen Fragen stellen: Wo will ich hin? Was kann ich verändern? Welche Lösungen gibt es?

Mich hat es immer inspiriert, neue Wege zu gehen und Dinge auszuprobieren, auch, wenn man sie noch nicht perfekt beherrscht. Gleichzeitig weiß ich: Allein kommt man nicht weit. Ohne andere Menschen, ohne ein Team, hätte ich vieles nicht erreicht. Inspiration entsteht für mich deshalb vor allem im Miteinander; mit Kolleginnen und Kollegen, Mitstreitern und Menschen mit Ideen und Leidenschaft.

Wie haben diese Erfahrungen Ihr Verständnis von Führung beeinflusst?

Als Stürmer entscheidet man Spiele, Verantwortung zu übernehmen gehörte für mich früh dazu. Dazu kam, dass ich als Person oft polarisiert habe. Kritik war immer ein Teil meiner Karriere, und genau das schult, langfristig zu denken und sich nicht von kurzfristigen Rückschlägen oder Meinungen anderer aus der Spur bringen zu lassen. Aus dem Sport habe ich vor allem gelernt: Die Welt bleibt nicht stehen. Das Leben geht weiter. Man findet Lösungen. Es ist selten so dramatisch, wie es sich im Moment anfühlt, und es gibt immer neue Chancen, wieder aufzustehen und etwas aus seiner Situation zu machen.

Eine wichtige Lektion war für mich, im Umgang mit Menschen dazuzulernen. Früher bin ich stark von meinen eigenen Maßstäben ausgegangen. Heute bedeutet Führung für mich vor allem, die Menschen mitzunehmen und ihnen Orientierung zu geben – dabei jedoch nicht alles kontrollieren zu wollen.

Was bedeutet Vermögen für Sie?

In jungen Jahren war Vermögensaufbau stark mit Sicherheit verbunden: Vorsorge treffen, Verantwortung für die Familie übernehmen. Heute ist Vermögen für mich vor allem ein Mittel, private wie berufliche Themen freier gestalten zu können. Finanzielles Vermögen schafft Freiheit und Möglichkeiten. Dabei geht es mir nicht um Statussymbole, sondern um Optionen: Menschen zu unterstützen, in Themen zu investieren, in Bildung und Erfahrungen.

Neben der finanziellen Dimension gibt es aber immer auch die Frage: Was vermag man zu tun? Daraus erwächst für mich eine persönliche Verantwortung, Herausforderungen anzunehmen und sich weiterzuentwickeln. Vermögen ist also kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Gestaltung.

Gab es eine konkrete Vermögensentscheidung, aus der Sie gelernt haben?

Ich habe einmal zu stark auf einen einzelnen Anbieter gesetzt. Über Jahre hinweg lief das gut, aber genau in dieser Abhängigkeit lag das größte Risiko. Rückblickend war diese Erfahrung wichtig, denn sie hat mir noch einmal deutlich gemacht, wie entscheidend Diversifikation ist. Einen richtigen Griff in die Tonne hatte ich aber glücklicherweise nie. An der ein oder anderen Stelle waren die Kosten zu hoch oder das Produkt nicht besonders hochwertig. Aber auch diese Erfahrungen gehören einfach dazu. Wer erzählt, dass er nur gute Investments getätigt hat, dem darf man nicht glauben.

Welche Prinzipien sind Ihnen bei der Vermögensanlage besonders wichtig?

Disziplin, keine Gier und innere Ruhe sind entscheidend. Ich habe gelernt, wichtigen Entscheidungen Zeit zu geben, auch mal eine Nacht darüber zu schlafen und andere Blickwinkel einzubeziehen.

Dazu gehört auch, sich mit den richtigen Menschen zu umgeben, klare Regeln zu definieren und nicht alles auf eine Karte zu setzen. Man sollte sich nicht von Trends oder Euphorie treiben lassen. Ich bin kein Zocker. Eine Linie zu haben und dieser konsequent zu folgen, ist für mich ebenso zentral, wie das Verständnis für das was man tut. Alles, was man nicht versteht, sollte man nicht (selbst) machen, und wenn, dann nur mit vertrauensvollen Experten, bei denen man sicher sein kann, dass sie allein deine Interessen vertreten.

Welche Rolle spielen finanzielle Bildung und Transparenz für kommende Generationen?

Eine sehr große. Geld ist ein Thema, über das man gerade hier in Deutschland ungern spricht, obwohl es unseren Alltag stark bestimmt. Die Distanz junger Menschen zu Geld wird größer, weil vieles nur noch digital abläuft.

Umso wichtiger ist es, früh zu vermitteln, was Geld bedeutet, wie Vermögen entsteht und dass nichts selbstverständlich ist. Finanzielle Bildung schafft Verständnis, Verantwortung und Resilienz, vor allem in Zeiten, in denen schwierige Phasen wieder realistischer werden. Auch Erfolg lässt sich eben nicht abkürzen, weder auf dem Platz noch beim Vermögen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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